Demonstration nach Krawallen für beendet erklärt

  01 Mai 2021    Gelesen: 1492
  Demonstration nach Krawallen für beendet erklärt

Bei der Demonstration der linksautonomen Szene in Berlin ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Lage ist zur Stunde unübersichtlich. Reporter des Berliner „Tagesspiegel“ berichten, sie hätten solch eine Eskalation seit Jahren nicht mehr erlebt. Auch der Versammlungsleiter wurde laut Polizei aus der Menge heraus angegriffen und erklärte die Demonstration um kurz nach 21 Uhr für beendet.

Den Berichten aus Berlin zufolge brannten auf der Sonnenallee mehrere Barrikaden. Laut der Deutschen Presse-Agentur und der Polizei wurden Beamte mit Flaschen und Steinen beworfen und angegriffen, als sie Störer aus der Menge ziehen wollten. Auch Mülltonnen und Paletten wurden in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Es sind Sanitäter im Einsatz. Dem „Tagesspiegel“ zufolge steht die Polizei unter Druck und hat die Lage offenbar nicht im Griff.

Nach Behördenangaben hatten sich zunächst etwa 5.000 Menschen im Stadtteil Neukölln versammelt, um von dort nach Kreuzberg zu ziehen. Die Polizei rechnete mit bis zu fünfstelligen Teilnehmerzahlen und war laut Innensenator Geisel auf Konfrontationen vorbereitet. Der Start der Veranstaltung hatte sich verzögert, weil Corona-Mindestabstände nicht eingehalten wurden. Nach ersten Angaben wurden drei Polizisten verletzt. Aus der Menge heraus seien Nebeltöpfe gezündet und vereinzelt Böller auf Einsatzkräfte geworfen worden, hieß es dazu.

Die Kundgebung richtet sich traditionell gegen Rassismus und Kapitalismus. Dieses Jahr spielt aber auch das Thema bezahlbarer Wohnraum eine große Rolle.

Viele andere Kundgebungen in Berlin

Bereits tagsüber gab es in der Hauptstadt zahlreiche andere Veranstaltungen. So protestierten rund 10.000 Menschen auf Fahrrädern im Villenviertel Grunewald gegen Kapitalismus. Am anderen Ende der Stadt – in Lichtenberg – versammelten sich rund 200 Gegner der Pandemiemaßnahmen. Im Bereich um den Ostbahnhof kamen Menschen „für die Wiederbelebung der Kultur- und Clubszene“ zusammen.

Nach Angaben der Polizei waren in der Hauptstadt 5.600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Sie werden unterstützt von der Bundespolizei und von Einheiten aus mehreren anderen Bundesländern.

Polizei in Hamburg löst Kundgebung mit Wasserwerfern auf

In Hamburg löste die Polizei eine Versammlung vor der Roten Flora mit Wasserwerfern auf. Hunderte Menschen hatten sich am Nachmittag auf der Piazza vor dem linksautonomen Zentrum versammelt, ohne den Mindestabstand zu beachten. Am Abend stoppte die Polizei eine nicht genehmigte Demonstration von Linksradikalen und setzte rund 150 Demonstranten am Lohmühlenpark in St. Georg fest.

Zusammenstöße in Paris

In Paris kam es bei Demonstrationen zum 1. Mai zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die französischen Behörden berichten, Anhänger einer linksextremen Gruppierung hätten Scheiben eingeschlagen, Mülleimer angezündet und Einsatzkräfte angegriffen. 34 Menschen seien festgenommen worden.

In Istanbul nahm die Polizei mehr als 200 Personen fest, als sie versuchten, trotz eines Demonstrationsverbots auf den zentralen Taksim-Platz zu gelangen. Die türkischen Sicherheitskräfte gingen Korrespondenten zufolge teils gewaltsam gegen die Menschen vor.


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