Omikron-Fälle in Deutschland steigen rasant

  03 Januar 2022    Gelesen: 802
Omikron-Fälle in Deutschland steigen rasant

Deutschland rechnet fest mit der Omikron-Welle. Noch hält sich die Zahl der Fälle zwar in Grenzen, sie steigt aber weiter deutlich. Allein in den vergangenen vier Tagen hat sie sich fast verdoppelt. Die Zahl der Todesfälle und Krankenhauseinlieferungen in Zusammenhang mit Omikron ist bisher gering.

Die Omikron-Variante fasst auch in Deutschland weiter Fuß. Mittlerweile wurden 30.325 Infektionen der Variante zugeordnet, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Omikron-Bericht. Im Vergleich zum Vortag sind es demnach weitere 3524 Omikron-Fälle. Im Unterschied zum letzten veröffentlichten Bericht am 30. Dezember hat sich die Zahl der insgesamt erfassten Fälle fast verdoppelt.

Als Omikron-Fall gilt, wenn bei einem Infizierten die Variante mittels Genomsequenzierung oder speziellen PCR-Tests nachgewiesen wurde - wobei in letzteren Fällen von einem laborgestützten Verdacht gesprochen wird. Bis zum Vorliegen der Laborergebnisse nach einem positiven Test auf Sars-CoV-2 können mehrere Tage oder Wochen liegen. Es kommt daher immer wieder zu Nachmeldungen.

Seit den ersten nachgewiesenen Omikron-Fällen in Deutschland im November hat sich deren Zahl von Woche zu Woche stets verdrei- bis vervierfacht - mit Ausnahme der vergangenen Woche, für die das RKI jedoch noch "viele Neu- und Nachmeldungen erwartet". Auch zu Beginn der ersten Kalenderwoche des Jahres 2022 zeichnet sich bereits ein deutlicher Anstieg ab. Ob sich die Ausbreitung der Omikron-Variante bereits in der seit Tagen steigenden Inzidenz niederschlägt, ist noch unklar.

In einigen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist Omikron mittlerweile die dominante Variante. Der Statistiker Christian Hesse von der Universität Stuttgart prognostizierte, dass sich die Omikron-Mutante binnen weniger Tage bundesweit durchsetzen wird, wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Omikron-Variante schon bald in ganz Deutschland vorherrschend sein wird.

Bisher gibt es in Deutschland sechs Todesfälle nach einer Omikron-Infektion. 314 Infizierte mussten im Krankenhaus behandelt werden, was vergleichsweise wenig ist. In Deutschland sind bisher vor allem jüngere Menschen betroffen, für die das Risiko eines schweren Verlaufes niedriger ist. Die meisten Omikron-Fälle wurden in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen erfasst (13.731). Dahinter folgen die 35- bis 59-Jährigen (10.157) und mit deutlichem Abstand die über 60-Jährigen (2902), für die das Risiko schwerer Verläufe am höchsten ist.

Zuletzt mehren sich aber die Hinweise, dass die Omikron-Variante zu milderen Verläufen als ihre Vorgänger neigt. Auch bekannte Virologen wie Christian Drosten hatten sich in dieser Hinsicht zuversichtlich gezeigt. Allerdings wurden in Studien milde Verläufe vor allem bei Genesenen und Geboosterten beobachtet - womöglich können Ungeimpfte weiterhin schwer an der Omikron-Variante erkranken.

Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen meldete mit fast 9000 bisher einen Großteil der Omikron-Fälle. Entsprechend viele Meldungen gibt es aus den ebenfalls einwohnerstarken Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Die meisten Omikron-Fälle je Einwohner weist unter den Flächenländern jedoch Schleswig-Holstein auf. Höher ist der Wert lediglich im Stadtstaat Hamburg. Auffällig niedrig ist die Zahl der gemeldeten Fälle in den östlichen Bundesländern. Laut RKI-Wochenbericht kann dies an der "unterschiedlichen Häufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von besorgniserregenden Varianten in den einzelnen Bundesländern sowie Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung" liegen.

Quelle: ntv.de, kst


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