Tesla plant massiven Jobabbau - 3000 Stellen in Grünheide

  15 April 2024    Gelesen: 639
  Tesla plant massiven Jobabbau - 3000 Stellen in Grünheide

Zum ersten Mal seit fast vier Jahren verkauft Tesla zu Jahresbeginn weniger Neuwagen. Kommende Woche legt der US-Elektroautobauer seine neuen Quartalszahlen vor. Sie dürften nicht allzu rosig ausfallen, wie ein internes Schreiben vermuten lässt.

Der US-Elektroautobauer Tesla streicht angesichts einer schwächeren Nachfrage nach seinen Fahrzeugen weltweit mehr als jeden zehnten Arbeitsplatz. Tesla-Chef Elon Musk kündigte den Stellenabbau in einer internen Mitteilung an. "Das wird uns schlank, innovativ und hungrig für die nächste Wachstumsphase machen", schrieb Musk. Er hasse den Schritt, aber er sei nötig. Laut "Handelsblatt" fallen im deutschen Standort in Grünheide 3000 der insgesamt 12.500 Jobs weg - das wäre jede vierte Stelle, wie der RBB berichtet. Tesla legt seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal kommende Woche vor.

Musk ließ offen, wie viele der derzeit gut 140.000 Mitarbeiter genau gehen müssen. Einem Insider zufolge wurden die ersten Tesla-Mitarbeiter in den Werken in Kalifornien und Texas bereits informiert. An der Börse gaben die Tesla-Papiere nach. Seit Jahresbeginn haben sie ein knappes Drittel an Wert verloren - anders als die Aktien etablierter Autohersteller wie GM oder Toyota, die deutlich zugelegt haben. "Tesla wird als Unternehmen erwachsen und ist nicht mehr die Wachstumsgeschichte, die es lange war", sagte Craig Irwin, Analyst beim Finanzdienstleister Roth Capital. "Entlassungen lassen darauf schließen, dass das Management davon ausgeht, dass die Nachfrage noch länger schwach bleiben wird."

Derzeit schwächelt weltweit der Markt für Elektroautos. Tesla war mit einem deutlichen Absatzrückgang in das Jahr gestartet. Es war das erste Mal seit fast vier Jahren, dass das Unternehmen weniger Fahrzeuge verkauft hat als vor Jahresfrist. Der Elektroautopionier ist zwar weiterhin der größte Hersteller von reinen Elektroautos - allerdings ist ihm der chinesische Anbieter BYD auf den Fersen. Dazu kommt die härtere Konkurrenz durch Branchenneulinge wie den Smartphone-Hersteller Xiaomi in China und das wachsende Angebot an Elektroautos etablierter Hersteller wie VW.

Die Wirkung von Preissenkungen und Rabatten schwindet mittlerweile, da die Amerikaner ihre in die Jahre gekommene Modellpalette nur langsam auffrischen und erst im kommenden Jahr mit wichtigen Neuheiten aufwarten. Insidern zufolge hat Tesla sein Vorhaben begraben, ein preisgünstiges Elektroauto für den Massenmarkt zu bauen. Musk wies diese Darstellung zwar zurück, ließ jedoch offen, was genau falsch war.

Quelle: ntv.de, chl/jwu/rts


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