ntv.de hat schon einige Netzteile von Anker getestet, die Transistoren auf Basis von Galliumnitrid (GaN) statt Lithium verwenden. Sie vertragen höhere Spannungen und Temperaturen. Damit ermöglichen sie höhere Ladegeschwindigkeiten, können kompakter gebaut sein und arbeiten wesentlich effizienter, also stromsparender als herkömmliche Alternativen.
Auch der sonst vor allem durch Speichermedien bekannte Hersteller Verbatim nutzt bei seinen Wand-Netzteilen die GaN-Technologie. Sein jüngstes Flaggschiff erreicht insgesamt sogar bis zu 240 Watt (W) und kann bis zu vier Geräte gleichzeitig versorgen.
Braucht man das?
Das rund 85 Euro teure Netzteil ist mit 90,5 x 65 x 36,1 Millimetern für seine hohe Leistungsfähigkeit ziemlich kompakt ausgefallen und mit 414 Gramm auch nicht übergewichtig. Im Vergleich zu leistungsschwächeren Ladegeräten kann es aber speziell im Handgepäck eine Belastung sein.
Man sollte also vor einer möglichen Kaufentscheidung überlegen, ob man so viel Leistung benötigt. Verbatim hat beispielsweise auch für knapp 60 Euro ein kleineres 140-W-Netzteil im Angebot, das nur 270 Gramm wiegt.
Internationales Steckersystem
Die Verarbeitung des Ladegeräts ist hochwertig, das Design des Kunststoffgehäuses im grauen Metallic-Look schlicht, aber ansprechend. Das Verbatim GaN 240 W hat grundsätzlich Stifte für US-Steckdosen, die für den Transport eingeklappt werden können. Für den Einsatz in anderen Ländern liefert Verbatim robuste, stabil sitzende Adapter für die EU und Großbritannien mit. Das macht das Netzteil zum universal einsetzbaren Reisebegleiter.
Auf der gegenüberliegenden Seite hat das Gerät drei USB-C-Anschlüsse und eine USB-A-Buchse, die jeweils unterschiedliche Ladeleistungen zur Verfügung stellen: von oben nach unten 140, 100, 65 und 60 W. Je nach Besetzung werden dabei nicht immer die Höchstwerte erreicht.
An einem Ausgang höchstens 140 W
Arbeiten die dritte USB-C-Buchse und der USB-A-Anschluss zusammen, geben beide Ausgänge beispielsweise jeweils nur 12 W aus. Bilden USB-A- und der zweite USB-C-Anschluss ein Duo, liefern die beiden 30 und 65 W. Der USB-A-Ausgang kommt nur auf 60 W, wenn er alleine oder gemeinsam mit der ersten USB-C-Buchse belegt ist.
Lediglich der oberste USB-C-Anschluss bietet immer 140 W. Sind alle vier Ausgänge in Betrieb, geben sie bis zu 140, 65, 12 und 12 W ab. Das ist ziemlich verwirrend, aber bei anderen Netzteilen variiert die ausgegebene Leistung ebenso je nach Belegung der Anschlüsse.
Kabel nicht dabei
Wie bei anderen Ladegeräten sind Höchstleistungen auch nur mit entsprechend hochwertigen Kabeln möglich. Verbatim liefert das Netzteil leider ohne Strippe aus, hat aber leistungsfähiges Zubehör im Angebot. Im Test kam das 1,20 Meter lange Top-Kabel des Herstellers zum Einsatz, das Ladevorgänge mit bis zu 240 W und Datenübertragungen mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) unterstützt.
Die Strippe hat an einem Stecker eine entsprechende, deutliche Markierung, wie es das zuständige USB Implementor Forum (USB-IF) inzwischen verlangt, aber etliche Hersteller noch nicht machen, denn es handelt sich nur um eine Richtlinie.
Strippe mit Display
Das rund 26 Euro teure Kabel hat als Besonderheit im anderen Stecker ein kleines Display untergebracht, das die Ladeleistung angibt. Das ist recht praktisch, denn das Netzteil selbst verfügt über keinen Bildschirm. Der Praxistest hat ergeben, dass die angezeigten Werte akkurat sind.
Das gilt auch weitgehend für die angegebenen Höchstleistungen der einzelnen Anschlüsse. Lediglich am ersten USB-C-Ausgang konnte kein Gerät mit mehr als 135 W geladen werden. Dabei kamen aber 134,5 W beim Verbraucher an, womit der Wirkungsgrad des Verbatim GaN 140 W mit 99,6 Prozent sehr hoch ist. Bei sehr genügsamen Geräten ist er technisch bedingt niedriger, bewegt sich aber auch dann noch nahe 90 Prozent.
Gut geschützt
Wichtig ist auch, dass die Leistung dauerhaft geliefert wurde, solange sich beim versorgten Akku der Ladestand zwischen 20 und 80 Prozent bewegte. Darüber und darunter regelt die Elektronik die Leistung herunter, da sonst die Batterie zu sehr belastet wird und schneller altert. Zusätzlich bremst ein Übertemperaturschutz, falls das Netzteil zu heiß werden sollte.
Unter Höchstlast wurde das Gerät nicht wärmer als 50 Grad, was absolut okay ist. Neben einem Übertemperaturschutz hat es außerdem einen Überstrom-, Überspannungs- und Kurzschlussschutz. Das eingesetzte Material ist laut Hersteller nicht entflammbar.
Fazit
Mit einem Preis von rund 85 Euro ist das Verbatim GaN 240 W kein Schnäppchen, aber für ein so leistungsfähiges und hochwertiges Ladegerät ist es auch nicht teuer. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ist es aber wahrscheinlich übermotorisiert. Für sie hat Verbatim kleinere, leichtere und günstigere Varianten im Angebot.
Quelle: ntv.de
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