Zeitung “Die Welt“ nennt Aserbaidschan Vorbild nach Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben

  11 Auqust 2017    Gelesen: 846
Zeitung “Die Welt“ nennt Aserbaidschan Vorbild nach Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben

In der führenden deutschen Zeitung “Die Welt“ ist ein Artikel unter dem Titel “Musterstaaten: Diese Länder haben die schlimmsten Nachbarn“ veröffentlicht worden.

Die Zeitung schreibt, dass manche Staaten rundum umgeben von wirtschaftlich gescheiterten, korrupten oder rückständigen Ländern sind. Sie schaffen es dennoch, wie ein Leuchtturm im Dunkel zu wirken.

Am schwersten haben es sicher Länder, deren Nachbarn allesamt in der Rezession stecken. Die Gefahr, davon angesteckt zu werden, ist extrem hoch, schließlich handeln Nachbarn üblicherweise stark miteinander.

Zwei Länder haben es im vergangenen Jahr dennoch geschafft, sich von ihrer Umgebung abzusetzen, und beide liegen in Südamerika: Guyana und Uruguay.

Guyana grenzt einerseits an Venezuela, das gerade im Chaos versinkt und zu einer Diktatur umgebaut wird. Im Westen liegt Surinam, dessen Wirtschaft 2016 um über zehn Prozent einbrach, der südliche Nachbar Brasilien verzeichnete ebenfalls ein Minuswachstum von 3,6 Prozent. Dennoch hat Guyana es geschafft, dass die eigene Wirtschaft um 3,3 Prozent zulegte.

Uruguay grenzt einerseits ebenfalls an Brasilien, andererseits an Argentinien, dessen Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent einbrach. Uruguay jedoch brachte es ebenfalls auf ein Plus von immerhin noch 1,5 Prozent.

Im Falle Guyanas liegt der Grund vor allem darin, dass das Land nur rund 800.000 Einwohner hat, die Wirtschaft also recht klein ist. Für diese spielen zwar Rohstoffe eine mindestens ebenso große Rolle wie bei den Nachbarn, doch es gelang, den Verfall der Preise durch eine höhere Produktion weitgehend auszugleichen.

Ganz anders in Ghana. Das Land kehrte vor zwei Jahrzehnten zur Demokratie zurück, verfügt über eine recht unabhängige Justiz und rangiert bei Presse- und Meinungsfreiheit stets unter den Top drei in Afrika.

Und auch die Verwaltung funktioniert hier weit besser als bei den Nachbarn. Im Doing-Business-Index landet Ghana zwar nur auf Platz 108, das ist aber immer noch weit vor der Elfenbeinküste (142), Burkina Faso (146) und Togo (154).

Aber bei noch einem Wert ragt Ghana gegenüber den Nachbarn heraus: Die Alphabetisierungsquote beträgt hier immerhin 76,6 Prozent, nur in Togo kann wenigstens noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung lesen und schreiben (66,5 Prozent), in Burkina Faso (37,7 Prozent) und der Elfenbeinküste (43,3 Prozent) ist das dagegen eine Minderheit.

Im Artikel heißt es, dass gute Bildung und eine funktionierende Verwaltung Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg, ebenso aber auch die Beteiligung der Frauen am Wirtschaftsleben sind. In dieser Hinsicht hinken vor allem islamisch geprägte Staaten weit hinterher.

Doch auch hier gibt es eine Ausnahme: Aserbaidschan. Hier leben zwar auch Muslime, dennoch gehen nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO 61,6 Prozent der Frauen einer Erwerbstätigkeit nach.

Das ist sogar mehr als in den christlich geprägten angrenzenden Ländern Russland (56,7 Prozent), Georgien (57 Prozent) und Armenien (54,6 Prozent). Vor allem aber setzt sich Aserbaidschan damit um Längen vom südlichen, muslimischen Nachbarn Iran ab. Dort ist die Rate mit 16 Prozent ähnlich niedrig wie in den meisten islamisch geprägten Ländern. Diese umgeben auch Israel, das sich mit 59 Prozent extrem von allen angrenzenden Staaten abhebt.

Ebenfalls deutlich mehr Frauen als in den Nachbarländern arbeiten in Singapur. Der Stadtstaat übertrifft Malaysia und Indonesien jedoch gleich noch bei einer Reihe weiterer Faktoren um Längen. Dazu gehört beispielsweise die Bekämpfung von Korruption.

Bei einem entsprechenden Index der Weltbank kommt das Land auf einen Wert von 97,7 (100 entspräche völliger Korruptionsfreiheit). Malaysia dagegen erreicht nur 65,9 Zähler, Indonesien sogar nur 38,5. Deutschland erscheint übrigens mit einem Wert von 93,3 in der Liste.

Ähnliche Inseln der Unbestechlichkeit in einem Meer aus Korruption sind Chile, Uruguay, Costa Rica, Zypern, Hongkong oder Bhutan. Sie haben es oft mit angrenzenden Staaten zu tun, in denen die Regierungen das Land regelrecht ausplündern.

Dennoch schaffen sie es, auf ihrem eigenen Territorium Bestechung aus dem Alltag weitgehend fernzuhalten. Und es dürfte kein Zufall sein, dass es diesen Ländern, die sich positiv von ihren Nachbarn abheben, auch wirtschaftlich meist deutlich besser geht, so die Zeitung “Die Welt“.

Quelle: azertag

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