Top-Secret-Wissen verkauft: FSB ermittelt gegen russische Raketenbauer

  20 Juli 2018    Gelesen: 807
Top-Secret-Wissen verkauft: FSB ermittelt gegen russische Raketenbauer

Der Inlandsgeheimdienst FSB durchsucht Büroräume in der zentralen Forschungs- und Entwicklungsstelle des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos. Konzernmitarbeiter werden des Hochverrats verdächtigt. Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin ist bereits informiert und hat den Ermittlern „maximalmögliche Mitwirkung“ zugesichert, so ein Sprecher.

Noch werden keine Details zum Ermittlungsstand genannt. Inoffiziell ist jedoch bekanntgeworden, dass einige hochrangige Mitarbeiter des staatlichen Raumfahrtkonzerns Roskosmos verdächtigt werden, geheimes Know-how ins Ausland verkauft zu haben.

Wie die Zeitung „Kommersant“ berichtet, haben die Ermittler am Freitagmorgen mit der Durchsuchung begonnen. Durchsucht werden Arbeitsräume einiger Mitarbeiter des Zentralen Forschungsinstituts für Maschinenbau (TsNIIMasch). Dieses Institut ist quasi die Entwicklungsabteilung des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos. Zudem wird gegen den Direktor des Forschungs- und Auswertungszentrums der Roskosmos-Tochter ORKK, Dmitri Paisson, ermittelt. Der FSB durchsucht auch dessen Büro, das sich in der Moskauer Hauptniederlassung von Roskosmos befindet.

Es werde insgesamt gegen „Dutzende von Mitarbeitern aus der Branche“ ermittelt – wegen unerlaubter Kooperation mit westlichen Geheimdiensten, heißt es. Die Verdächtigen sollen geheime Hyperschalltechnologien aus russischer Entwicklung in den Westen verkauft haben.

Die undichte Stelle seien „Mitarbeiter von TsNIIMasch, zu denen Dmitri Paisson sehr engen Kontakt hatte“, sagte eine Quelle laut „Kommersant“. Namen der Verdächtigen wurden mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht genannt. Paisson wird von den Ermittlern derzeit als „eine in die Vorgänge möglicherweise eingeweihte Person“ geführt – er selbst war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Ermittelt werde hauptsächlich bei TsNIIMasch, heißt es. „Mitarbeiter dieser Firma und ihre Arbeitsräume werden von den Ermittlern vorrangig geprüft. Das Büro von Dmitri Paisson wird deshalb durchsucht, weil er die Verdächtigen kannte und freundschaftliche Beziehungen zu ihnen unterhielt“, wie die Quelle laut „Kommersant“ sagt.

Laut dem ehemaligen Roskosmos-Chef, Igor Komarow, hatte Dmitri Paisson keinen Zugang zu Geheiminformationen: „Zugang zu solcherart Informationen brachte sein Aufgabenbereich nicht mit sich“, sagte der Manager.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter von TsNIIMasch beschuldigt werden, geheime Informationen an Dritte weitergegeben zu haben. 2005 hatten FSB-Ermittler dem Generaldirektor von TsNIIMasch-Export, Igor Reschetin, vorgeworfen, Dual-Use-Technologien illegal an China übergeben zu haben. Der Manager wurde verurteilt, ist jedoch 2012 vorzeitig und mit verschärfendem Arrest aus der Strafanstalt entlassen worden.

Ein weiterer Mitarbeiter von TsNIIMasch, Wladimir Lapygin, ist 2015 wegen Hochverrats verurteilt worden. Nach aktuellen Information verbüßt er derzeit eine Freiheitsstrafe.

TsNIIMasch

Das Zentrale Forschungsinstituts für Maschinenbau des russischen staatlichen Raumfahrtkonzerns Roskosmos ist auf die Entwicklung aller Arten von Raketen spezialisiert. Das Forschungs- und Entwicklungsinstitut ist 1946 gegründet worden. Eine der zentralen Einrichtungen innerhalb des Instituts ist das Missionskontrollzentrum (ZUP), von dem aus russische Weltraummissionen gesteuert werden.

sputnik.de


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