Japanisches IOC-Mitglied unter Korruptionsverdacht

  11 Januar 2019    Gelesen: 552
  Japanisches IOC-Mitglied unter Korruptionsverdacht

Der Präsident des japanischen Olympischen Komitees soll die Vergabe der Sommerspiele 2020 beeinflusst haben.

Das Internationale Olympische Komitee IOC steht vor einem neuen Skandal. Gegen den Präsidenten des japanischen Olympischen Komitees, Tsunekazu Takeda, wurden in Frankreich Ermittlungen wegen aktiver Korruption bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio eingeleitet. Einen Bericht der französischen Tageszeitung "Le Monde" bestätigten Behörden in Frankreich.

Der 71-jährige Takeda, der ebenfalls gewähltes IOC-Mitglied ist, steht unter Verdacht, die Vergabe mit Bestechungsgeldern in Höhe von knapp zwei Millionen Euro beeinflusst zu haben. Das Geld soll die Consulting-Firma Black Tidings in Singapur erhalten haben, die in Verbindung mit dem Senegaler Papa Massata Diack stehen soll.

Ermittlungsverfahren bereits im Dezember eingeleitet

Die französischen Staatsanwälte teilten mit, dass Untersuchungen aufgrund von "aktiver Korruption" bereits am 10. Dezember des vergangenen Jahres gegen Takeda eingeleitet wurden.

Das IOC verwies auf die Unschuldsvermutung. Man habe engen Kontakt zu den französischen Behörden und werde die Situation weiter beobachten, erklärte der Verband auf eine Anfrage des Sport Informations Dienst. Takeda wies am Freitag alle Schuld von sich.

Diack soll bereits bei der Wahl von Rio de Janeiro als Austragungsort der Olympischen Spiele 2016 Einfluss auf die Stimmenabgabe genommen haben. Seit 2015 steht er auf der Fahndungsliste von Interpol, der Senegal verweigert bislang eine Auslieferung.

Verdacht bereits seit Anfang 2017

Der Verdacht, dass Takeda Einfluss auf die Vergabe der Olympischen Spiele genommen hat, besteht bereits seit 2017. Takeda war Anfang des Jahres von französischen Behörden zu der Zahlung befragt worden. Danach hatte auch das japanische Olympische Komitee eine Kommission eingesetzt, die Takeda aber vom Verdacht der Bestechung entlastete.

Die knapp zwei Millionen Euro seien für Beraterdienste gezahlt worden, erklärten die Ermittler. Das Geld soll 2013 in zwei Raten gezahlt worden sein, eine im Juli, eine im Oktober. Im September 2013 war Japan als Ausrichter der Olympischen Spiele ausgewählt worden.

spiegel


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