Nord Stream 2 betroffen: Neue EU-Gasrichtlinie tritt offiziell in Kraft

  23 Mai 2019    Gelesen: 327
  Nord Stream 2 betroffen: Neue EU-Gasrichtlinie tritt offiziell in Kraft

Die neue EU-Gasrichtlinie ist am Donnerstag offiziell in Kraft getreten. Das bestätigte die offizielle Sprecherin der EU-Kommission, Anna-Kaisa Itkonen, bei einem Briefing in Brüssel.

„Die Rechtsanwendung beginnt heute“, so Itkonen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben demzufolge neun Monate, um die geänderte Gas-Direktive umzusetzen.

Die Änderungen an der Gasrichtlinie, ein Teil des Dritten Energiepakets der EU, wurden Mitte April endgültig gebilligt. Sie sehen unter anderem vor, dass die Teile der Pipelines aus Nicht-EU-Ländern, die durch EU-Gebiet wie unter anderem Territorialgewässer verlaufen, den gleichen Anforderungen entsprechen müssen, die bei inneren EU-Pipelines gelten. Zu den Hauptforderungen gehören die Trennung von Gaslieferanten und Betreiberfirmen, der Zugang anderer Betreiber zur Rohrleitung und die transparente Regelung der Pumptarife.

Für den russischen Gaskonzern Gazprom bedeutete das, dass der Betreiber der Nord-Stream 2-Leitungen unabhängig vom Gasriesen sein muss und 50 Prozent ihrer Kapazität für alternative Lieferanten reserviert werden müssen.

Nord Stream 2

Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Die führenden deutschen Energieunternehmen Wintershall Holding GmbH und PEGI/E.ON sind mit jeweils 15,5 Prozent beteiligt, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie mit jeweils neun Prozent.

Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, da die Bundesregierung den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen hat.

sputniknews


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