Verbaler Mehrfachschlag gegen den Iran

  31 Mai 2019    Gelesen: 690
  Verbaler Mehrfachschlag gegen den Iran

Der saudi-arabische König Salman wollte mit dem Doppelgipfel ein starkes Signal an den Iran senden. Teheran wirke destabilisierend in der Region, so Salman. Doch es gab auch Widerspruch.

"Hand in Hand Richtung Zukunft" - so lautete das Motto des Doppelgipfels von Golf-Kooperationsrat und Arabischer Liga in Mekka. Bevor es um die Zukunft ging, wurden die Staats- und Regierungschefs nach ihrer Ankunft in Mekka jedoch erst einmal in die Gegenwart geführt: Gleich nach der Landung zeigten ihnen saudische Militärs Reste von Drohnen und Raketen. Das Kriegsgerät stammt angeblich aus iranischer Herstellung und wurde gegen Saudi-Arabien und Verbündete des Königreiches eingesetzt.

Zum Auftakt des Doppelgipfels machte Gastgeber König Salman Stimmung für eine geeinte arabische Haltung zum Iran. Die Regierung in Teheran mische sich in innere Angelegenheiten der Region ein, baue seine Nuklear- und Raketenprogramme aus und gefährde die internationale Schifffahrt. Das könne die weltweite Ölversorgung stören.

Nacheinander tagten zunächst der Golfkooperationsrat und dann die Arabische Liga. Nacheinander sprachen auch mehrere Monarchen und Präsidenten. Es war ein rednerischer Mehrfachschlag gegen Teheran.

Auch das ägyptische Staatsoberhaupt Abel-Fattah al-Sisi stellte sich hinter Saudi-Arabien. "Wir treffen uns heute, um eine eindeutige Botschaft der Solidarität mit unseren Brüdern in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu senden."

Auch der jordanische König Abdallah II. stellte sich an die Seite Saudi-Arabiens: "Wir versichern an dieser Stelle, dass die Sicherheit der arabischen Golfstaaten für uns in Jordanien eine wichtige Stütze der Sicherheit und Stabilität der Region darstellt."

Saudi-Arabien hatte auf eine einheitliche arabische Position gehofft. Aber es gab durchaus auch Einzelstandpunkte. Denn unter den Gästen in Mekka waren auch Vertreter von Staaten mit guten Kontakten zum Iran; Teile der libanesischen Regierung zum Beispiel oder des Irak.

Der irakische Präsident Barham Salih legte die Position seines Landes so dar: "Die Sicherheit Saudi-Arabiens ist die Sicherheit des Irak. Wir verurteilen jede feindselige Aktion gegen unsere Brüder. Die Islamische Republik Iran ist ein islamischer Nachbarstaat des Irak und der Araber. Wir wünschen uns dort keinesfalls Destabilisierung, da uns mit dem Iran eine Grenze von 1400 km Länge und zahlreiche enge Beziehungen verbinden."

Katar unterhält seit langem normale Beziehungen zum Iran. Das werfen Saudi-Arabien und andere arabische Führungen dem Emirat vor - sowie "Unterstützung terroristischer Netzwerke".

Deshalb isolierten Saudi-Arabien und seine Verbündeten vor ziemlich genau zwei Jahren Katar. Sie blockierten See- und Luftwege und luden keine politischen Vertreter des Emirates mehr ein. Jetzt nahm der Regierungschef von Katar an dem Doppelgipfel in Mekka teil.

Ein kleiner diplomatischer Erfolg. Möglicherweise ist es ein erster Schritt für Katar zurück in die arabische Gemeinschaft.

Die Abschlusserklärung des Doppelgipfels kurz zusammengefasst: Eine Ablehnung iranischer Einmischung in inner-arabische Angelegenheiten sowie eine Verurteilung iranischer Angriffe.

Der Irak gab zu Protokoll, dass er gegen diese Erklärung Einspruch erhebt.

Der Doppelgipfel war eine Reaktion auf mehrere Angriffe in letzter Zeit: Jemenitische Rebellen hatten mit Drohnen eine saudische Ölpipeline attackiert; Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate sollen Ziel von Sabotageakten gewesen sein. Saudi-Arabien und die USA verdächtigen den Iran, Drahtzieher zu sein. Teheran streitet jede Beteiligung ab.

tagesschau


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