Tausende demonstrieren in Berlin gegen Antisemitismus und Rassismus – Fotos und Videos

  14 Oktober 2019    Gelesen: 605
 Tausende demonstrieren in Berlin gegen Antisemitismus und Rassismus –  Fotos und Videos

Nach dem rechtsextremen Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle haben sich Tausende Menschen am Sonntag in Berlin zu einem Protestzug gegen Antisemitismus und Rassismus versammelt. Im Internet tauchten Videos und Fotos von der Aktion auf.

Zu der Demonstration hatte das Bündnis „Unteilbar“ aufgerufen. Die Protestteilnehmer versammelten sich vor der Humboldt-Universität auf dem Bebelplatz zu der Kundgebung unter dem Motto „Kein Fußbreit! Antisemitismus und Rassismus töten“ und zogen in Richtung der Neuen Synagoge in Berlin-Mitte. Dort spielte der Pianist Igor Levit ein Stück von Johann Sebastian Bach.

Demonstrantenzahl zwischen 6000 und 13.000

Der Protestzug startete laut Medienberichten gegen 14 Uhr und endete um rund 16 Uhr. Für die Aktion waren offenbar 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei soll die Zahl der Teilnehmenden am Bebelplatz auf 6000 eingeschätzt haben, die Veranstalter sprachen von 13.000 Demonstrierenden bei dem Protestzug, so Medien.

Zur Kundgebung am Bebelplatz kamen unter anderem die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sowie der Berliner Bischof Markus Dröge.

Anschlag in Halle

Am Mittwoch hatte der schwer bewaffnete 27-jährige Stephan B. versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der rund 50 Gläubige den wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan misslang, erschoss der Täter eine 40 Jahre alte Passantin und einen 20-jährigen Mann in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss.

Kritik gegen die AfD

Einige deutsche Politiker sowie andere Personen des öffentlichen Lebens machten die AfD für die Tat in Halle mitverantwortlich. Beispielweise schrieb die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein und Sprecherin des Jüdischen Forums der CDU, Karin Prien, am Donnerstag auf Twitter, der „gährige Nährboden“ für das Attentat werde „auch von der AfD befördert“.

Der AfD-Chef, Jörg Meuthen, beklagte eine „Instrumentalisierung“ nach dem Anschlag von Halle. Dass man die AfD mit dieser Tat in Verbindung bringen und vom Verfassungsschutz beobachten lassen wolle sei „sehr billig und moralisch beschämend“. Es habe ein „fundamentales Staatsversagen“ beim Schutz der Synagoge in Halle gegeben.

mo/gs/sna/dpa


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