Digitalisierte Felder und regionale Landwirtschaft – Agritechnica 2019

  15 November 2019    Gelesen: 717
  Digitalisierte Felder und regionale Landwirtschaft – Agritechnica 2019

Mächtige Agrar-Technik präsentiert sich dieses Jahr wieder in Hannovers Hallen. Allerdings rückt auf der Agritechnica 2019 neben starken Maschinen und der Digitalisierung der Landwirtschaft auch die Bedienung regionaler Aspekte in den Blick.

Seit Sonntag findet in der Hannover Messe die Agritechnica 2019 statt. Die Weltleitmesse für Agrartechnik wird alle zwei Jahre veranstaltet und auf ihr werden die neusten technischen Entwicklungen im Bereich Landwirtschaft vorgestellt – und mit Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet.

Das diesjährige Leitthema lautet „Globale Landwirtschaft – lokale Verantwortung“. „Wir haben in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Anforderungen an die Produktion, aber auch unterschiedliche Anforderungen bei gesellschaftlichen Aspekten wie Umweltschutz, Klimaschutz, gesellschaftliche Akzeptanz und Verantwortung“, erklärt Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), im Sputnik-Interview. Für jede diese Anforderung werde auf der Agritechnica die entsprechende Lösung präsentiert vom Kleinfarmer in Afrika bis zum Großbetrieb im Osten.

Insgesamt wurden zur diesjährigen Agritechnica 300 Innovationen eingereicht. Ein neuer elektrischer Antrieb von John Deere, der die Leistung zwischen Traktor und Anbaugeräten verteilen kann, hat die einzige Goldmedaille abgeräumt. Darüber hinaus wurden 39 Silbermedaillen vergeben, eine davon ging an ein russisches Nachtsichtsystem, das die nächtliche Ackerarbeit mit wenig Aufwand erlaubt.

Regionale Technologien: Von Afrika bis nach Russland

Zu weltgrößten Land, dessen Landwirtschaft sich immer mehr beschleunigt, bemerkt Grandke: „Wenn wir Richtung Russland gucken, erleben wir eine große Nachfrage nach Maschinen mit großen Arbeitsbreiten, hoher Effizienz, die dort auf vielen, auch größeren Betrieben umgesetzt werden kann.“ Der Einsatz solcher Maschinen spiegele sich im Anstieg etwa der Getreideproduktion der letzten Jahre wider.

Für Afrika, mit seinen Kleinfarmern und den speziellen Wetterbedingungen gibt es andere Anwendungen: „Wir haben ein eigenes Special für kleine Farmer, dort geht es um Lösungen für Farmer von der Bewässerung, weil dort das Thema Trockenheit größer ist“, so der DLG-Hauptgeschäftsführer. Die vorgestellten Lösungen umfassen meist Schulungen und Wissenstransfer zusätzlich zur Technik.

Digitalisierte Landwirtschaft: Sensoren, Drohnen, autonome Traktoren

Auf der Agritechnica ist auch alles Thema, was unter dem Begriff „Smart Farming“ in einen Topf geworfen wird. Dazu gehören Drohnen, die das Feld untersuchen und feinere Sensoren an den Maschinen. Dadurch werde mittlerweile schon Einzelpflanzenerkennung möglich, so Grandke. Mit dieser Entwicklung werden auch die Algorithmen immer besser und dynamischer. Daten aus verschiedenen Datenbanken werden kombiniert, etwa Ackerschlagkartei und Wetterprognosemodelle. Durch die Kombination verschiedener Daten können auch Handlungsempfehlungen an den Benutzer abgegeben werden.

Schließlich sei auch autonomes Fahren ein großes Thema: „Wer heute auf einem großen Mähdrescher sitzt, der weiß, dass er nur am Ende des Feldes aufpassen muss, dass er wendet“, erklärt Grandke. Das meiste sei bereits automatisiert. Interessant sei natürlich nicht nur der Einsatz einer Maschine, sondern deren zeitgleiche Zusammenarbeit im Schwarm.

sputniknews


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