Blitz-Scheidungen bleiben deutsche Utopie

  16 November 2019    Gelesen: 415
Blitz-Scheidungen bleiben deutsche Utopie

In Spanien, Italien und Griechenland wird der reine Verwaltungsakt einer Scheidung zügig abgewickelt. In Deutschland bleibt ein solches Vorgehen Utopie. Das hat mehrere Gründe.

Einvernehmliche Ehescheidungen im Express-Tempo, die Zeit und Geld sparen, wird es zum Bedauern der deutschen Standesbeamten so schnell nicht geben. "Wir konnten uns mit der Initiative leider nicht durchsetzen. In den Bundesministerien der Justiz und des Inneren in Berlin hieß es, dass es kein politisches Interesse gibt.

Offenbar halten Lobby-Verbände dagegen. Rechtsanwälten zum Beispiel würden hohe Einnahmen verloren gehen, wenn Scheidungen schneller und günstiger vonstattengehen", teilte der Bundesverband der Deutschen Standesbeamten (BDS) mit.

In Spanien, Italien und Griechenland etwa werde der reine Verwaltungsakt einer Scheidung, bei der es keinen Streit gibt und keine Minderjährigen betroffen sind, schneller abgewickelt. Vor allem müssten in einvernehmlichen Fällen keine Gerichte bemüht werden, erklärte der BDS.

In Italien koste die Scheidung gerade einmal 16 Euro und in Spanien 50 Euro an Gebühren. In Deutschland hingegen verschlinge eine Scheidung durch Anwaltshonorare schnell mal 2000 Euro, verglich der Verband. "Wir hinken der Entwicklung hinterher. In Europa tut sich eindeutig ein anderer Trend auf", sagte Karl Krömer, Vorsitzender des Fachausschusses im deutschen Standesbeamten-Verband.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa


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