"Es macht mich sehr traurig, dass es so weit gekommen ist"

  20 Januar 2020    Gelesen: 552
"Es macht mich sehr traurig, dass es so weit gekommen ist"

Zum ersten Mal hat sich Prinz Harry öffentlich zu seinem Rückzug von royalen Verpflichtungen geäußert. Er sprach über Ehefrau Meghan, die Queen und enttäuschte Hoffnungen: "Ich will, dass Sie die Wahrheit von mir hören."

Bevor er beginne, sagt Prinz Harry, müsse er noch etwas loswerden. "Ich kann mir nur vorstellen, was Sie in den vergangenen Wochen womöglich gehört oder vielleicht gelesen haben. Ich will, dass Sie die Wahrheit - so viel ich davon teilen kann - von mir hören. Nicht von mir als Prinz oder Herzog, sondern von mir als Harry. Dieselbe Person, die viele von Ihnen in den vergangenen 35 Jahren haben aufwachsen sehen. Aber mit einer klareren Perspektive."

Mit diesen Worten begann Prinz Harry am Sonntagabend eine Rede vor Mitarbeitern der Hilfsorganisation Sentebale, die anschließend auf seinem Instagram-Account veröffentlicht wurde. Hintergrund ist die Mitteilung des Königshauses vom Samstag, wonach Harry und seine Ehefrau Meghan vom Frühjahr an auf ihre Titel "Königliche Hoheit" verzichten und keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen werden. Die beiden hatten zuvor bereits selbst angekündigt, sich teilweise von ihren Rollen zurückziehen zu wollen.

"Als Meghan und ich geheiratet haben, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll und wir wollten etwas Sinnvolles tun", sagte Harry nun. "Deshalb macht es mich sehr traurig, dass es so weit gekommen ist." Er habe sich nicht leichtfertig dazu entschieden, von seiner Rolle zurückzutreten; er habe aber keine andere Wahl gehabt. Konkret sprach Harry von der "Entscheidung, die ich für meine Frau und mich getroffen habe". Nach der Rückzugsankündigung von Harry und Meghan hatten Kritiker der Herzogin von Sussex vorgeworfen, sie treibe einen Keil zwischen Harry und seine Familie.

Harry kam in seiner Rede auch auf die Medien zu sprechen, die eine "gewaltige Macht" hätten. Über Meghan sagte er unter anderem, sie sei noch immer dieselbe Frau, in die er sich einst verliebt habe.

Harry erklärte nun, die Art und Weise ihres Rückzugs hätten Meghan und er sich anders vorgestellt. Seine Hoffnung sei es gewesen, nach dem Verzicht auf öffentliche Gelder weiterhin "der Queen, dem Commonwealth und meinen militärischen Vereinigungen dienen" zu können. "Leider war das nicht möglich." Er habe das akzeptiert mit dem Wissen, "dass es nichts daran ändert, wer ich bin oder wie entschlossen ich bin".

Er lasse alles hinter sich, was er gekannt habe - in der Hoffnung auf ein friedvolleres Leben, sagte Harry. Er und Meghan hatten angekündigt, künftig einen Teil ihrer Zeit in Nordamerika verbringen zu wollen. Meghan ist derzeit mit dem gemeinsamen Sohn Archie in Kanada. Der Kleine habe vor Kurzem zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehen, sagte Harry: "Und das fand er verdammt großartig."

Für seine Großmutter, die Queen, werde er immer den allergrößten Respekt haben, erklärte Harry. Er sei ihr sowie der übrigen Familie "unglaublich dankbar" für die Unterstützung, die sie ihm und Meghan in den vergangenen Monaten gegeben hätten. "Großbritannien ist mein Zuhause und ein Ort, den ich liebe. Das wird sich niemals ändern."

Prinz Harry hatte die Hilfsorganisation Sentebale im Jahr 2006 gemeinsam mit Prinz Seeiso von Lesotho gegründet. Sie setzt sich für junge Menschen in Lesotho, Botswana und Malawi ein, die sich mit HIV infiziert haben.

  spiegel


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