Bischofskonferenz sieht Aufarbeitung nicht abgeschlossen

  28 Januar 2020    Gelesen: 467
Bischofskonferenz sieht Aufarbeitung nicht abgeschlossen

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche ist nach Einschätzung der Deutschen Bischofskonferenz nicht abgeschlossen und wird noch viel Zeit brauchen.

In einer Erklärung des Ständigen Rates heißt es, dafür hoffe man auf Verständnis. Man nehme sich nicht aus der Verantwortung und arbeite weiter an der Bekämpfung dieses Verbrechens. Dazu gehöre auch ein verbindliches Monitoring für Aufarbeitung, Intervention und Prävention. Aufzuklären sei auch, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung getragen habe.

Der religionspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Castellucci sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), er begreife nicht, dass bis zum heutigen Tage keiner der aktuellen oder bereits emeritierten Bischöfe zur Verantwortung gezogen worden sei. Das fordere er von der Kirche ein. Auch der Sprecher der Opfer-Initiative „Eckiger Tisch“, Katsch kritisierte, die Kirche habe bis heute keine unabhängige Aufarbeitung vorgenommen. Dabei habe der Staat lange genug zugesehen.

Rörig fordert Pakt gegen Missbrauch

Zuvor hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Rörig, dazu aufgerufen, im Kampf gegen Sexualverbrechen nicht nachzulassen. Rörig sagte in Berlin, er sei immer wieder erschrocken, mit welcher Gelassenheit sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche von Teilen der Gesellschaft hingenommen werde. Rörig sprach von einem ohrenbetäubenden Schweigen. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einem Pakt gegen Missbrauch, die er zuvor bereits im Deutschlandfunk gestellt hatte.

Heute vor zehn Jahren wurden die Missbrauchsfälle am katholischen Berliner Gymnasium „Canisius-Kolleg“ bekannt. Zahlreiche weitere Fälle kamen in der Folge ans Licht – nicht nur in der katholischen Kirche. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet jährlich mehr als 20.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch sowie Missbrauchsabbildungen von Kindern.


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