Kernstück einer EU-Armee: Berlin gibt Geld frei für Kampfjet der Zukunft

  13 Februar 2020    Gelesen: 244
Kernstück einer EU-Armee: Berlin gibt Geld frei für Kampfjet der Zukunft

FCAS – das europäische Luftkampfsystem der Zukunft: Damit die Entwicklung dieses Großprojekts starten kann, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages 77 Millionen Euro bewilligt. Das ambitionierte Programm soll die Armeen einzelner EU-Staaten zusammenschweißen, schreibt das Portal „Defense Post“.

Das „Future Combat Air System“ ist mehr als ein Flugzeug. Es ist ein Wirkverbund aus Kampfjet und Drohnenschwarm. Die bemannte Maschine befiehlt, die unbemannten Luftvehikel (auch „Remote Carriers“ genannt) transportieren schwere Waffen, attackieren Kommunikationseinrichtungen oder lenken die Flugabwehr des Gegners auf sich. Der Kampfjet ist also das zentrale Glied dieses Systems.

Next Generation Fighter (NGF) heißt das Kampfflugzeug des FCAS. Damit dessen Entwicklung beginnen kann, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch, den 12. Februar ein Entwicklungsbudget von 77 Millionen Euro freigegeben. Mit diesem Geld sollen bis 2026 flugfähige Prototypen des NGF gebaut werden.

Dem Bundestagsbeschluss war eine Übereinkunft von Deutschland, Frankreich und Spanien zur Entwicklung des FCAS vorangegangen. Im Juni 2019 hatten die Länder bei der öffentlichen Vorstellung eines Mockups des NGF auf der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget ein Agreement dazu unterzeichnet.

Zuständig für die Entwicklung des FCAS ist ein Konsortium aus EU-Firmen, geführt von Airbus und Dassault Aviation. Bis 2040 soll das gesamte Waffensystem einsatzbereit sein. Denn dann, so ist der Plan, sind die Eurofighter- und Rafale-Jets der deutschen und französischen Luftstreitkräfte auszumustern.

Das FCAS-Programm wird laufend von Auseinandersetzungen begleitet: Deutsche Firmen fürchten, Frankreich könnte die Federführung und somit größere Anteile an dem wichtigen Rüstungsvorhaben übernehmen. Ungeachtet der Bedenken hat der Haushaltsausschuss des Bundestages mit großer Mehrheit für die Mittelfreigabe gestimmt, schreibt „Defense Post“.

Eine wichtige Hürde für das FCAS-Programm wurde im vergangenen Dezember ausgeräumt, als die französische Safran Aircraft Engines und die deutsche MTU Aero Engines sich über die Aufteilung des Projekts einigten. Die bewilligten 77 Millionen machen nun den Weg frei für die Auftragsvergabe an projektbeteiligte Firmen wie Dassault, Airbus und Thales.

Allerdings haben die Bundestagsabgeordneten die Mittelfreigabe an Bedingungen geknüpft. Zeitgleich mit dem FCAS-Programm soll ein anderes deutsch-französisches Rüstungsvorhaben voranschreiten: das Kampfpanzerprojekt „Main Ground Combat System“ – MGCS. Bei diesem Waffensystem sind nämlich deutsche Rüstungsfirmen federführend.

Einen Ausblick darauf, wie die anderen Komponenten des FCAS-Verbunds aussehen könnten, liefert das LOUT-Projekt von Airbus. LOUT steht für „Low Observable UAV Testbed“: Schwer Detektierbares UAV-Testobjekt. Die Airbus-Rüstungssparte Defence and Space (ADS) hat es im November 2019 erstmals einer Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Der Testdemonstrator ist im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums entstanden. Dass die Testergebnisse, die mit dem LOUT erzielt werden, in die Entwicklung des „Future Combat Air System“ eingehen werden, liegt auf der Hand.

sputniknews


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