Zahl der Infektionen steigt in China auf mehr als 70.000

  17 Februar 2020    Gelesen: 831
  Zahl der Infektionen steigt in China auf mehr als 70.000

Innerhalb eines Tages hat China 105 weitere Covid-19-Tote zu beklagen. Die Zahl der offiziell infiziert Gemeldeten steigt weiter. Für Unsicherheit sorgt die Lage der Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam".

Das neuartige Coronavirus hat mittlerweile mehr als doppelt so viele Tote gefordert wie die Infektionskrankheit Sars in den Jahren 2002 und 2003. Bisher sind 1770 Todesfälle bekannt, wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte. Zuvor waren innerhalb eines Tages 105 Menschen an dem Covid-19-Erreger gestorben. Die Zahl der offiziell erfassten Infektionen hat in China 70.000 überstiegen.

Die nachgewiesenen Ansteckungen nahmen um 2048 zu und erreichten 70.548. Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. In der weitgehend abgeschotteten Krisenregion sind allein rund 58.000 Infektionen und 1696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Experten befürchten auch eine hohe Dunkelziffer.

Nach der Entdeckung einer Infektion unter den Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam", die zum Teil schon in Kambodscha an Land gegangen waren, sind nach Angaben der Reederei bislang zumindest keine Symptome der Lungenkrankheit aufgetreten. Allerdings gibt es eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, bis sich Symptome zeigen, und Infizierte können dann auch schon ansteckend sein. Zuvor war eine 83-jährige Amerikanerin bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus gebracht worden, wie die malaysische Gesundheitsbehörde mitteilte.

57 Deutsche waren an Bord der betroffenen "Westerdam"
Laut Reederei waren unter den Passagieren auch 57 Deutsche. Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind noch einige an Bord der "Westerdam", während andere bereits die Heimreise angetreten haben. Die Gäste, die bereits nach Hause gereist seien, würden von ihren örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktiert, teilte die Holland America Line mit. Mehrere Länder hatten dem Schiff aus Angst vor dem Virus das Einlaufen untersagt. Erst Kambodscha stimmte dem schließlich zu.

Was wird aus den Passagieren der "Diamond Princess"?
Nach der Verbreitung des Virus auf dem seit zwei Wochen im Hafen von Yokohama unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff holten die USA Hunderte - nicht infizierte - Landsleute von Bord der "Diamond Princess" aus Japan ab.

Zwei gecharterte Flugzeuge hoben vom Tokioter Flughafen Haneda ab. Bislang sind 355 Fälle des Erregers unter den Menschen von Bord bestätigt. Unter ihnen sind auch zwei Deutsche. Von den rund 400 US-Passagieren waren 44 positiv getestet worden. Die Infizierten wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht.

Die USA ließen ihre Landsleute in der Nacht mit Fahrzeugen des japanischen Militärs aus dem Hafengelände in Yokohama holen. Die Fahrer trugen dabei Schutzanzüge. Die Betroffenen sollen 14 Tage auf US-Militärstützpunkten in Kalifornien und in Texas in Quarantäne. Wer auf dem Flug Symptome entwickeln sollte, werde noch im Flugzeug von anderen getrennt und in den USA in spezielle Einrichtungen gebracht, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten in den USA, Anthony Fauci, dem TV-Sender CBS.

Auch Kanada, Hongkong, Australien und Israel bereiten sich Medienberichten zufolge darauf vor, ihre Landsleute von Bord des Schiffes in Japan zurückzuholen. Gegenwärtig befinden sich noch rund 3000 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff. Außer den zwei infizierten Deutschen sind noch acht andere Bundesbürger an Bord.

Entwarnung gibt es derweil für die Infizierten in Deutschland. Im pfälzischen Germersheim endete am Sonntag die Quarantäne für rund 120 China-Rückkehrer. In Bayern wurden Corona-Patienten als geheilt entlassen.

spiegel


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