Menschen in Ostdeutschland erteilen dem Schulsystem schlechte Noten

  15 Februar 2016    Gelesen: 953
Menschen in Ostdeutschland erteilen dem Schulsystem schlechte Noten
Die Zufriedenheit mit dem Schul- und Bildungssystem fällt von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich aus. Während etwa in Bremen und im Saarland 67 Prozent der Befragten das System als gut oder sehr gut bewerten, sind es in Sachsen-Anhalt nur 36 Prozent und in Thüringen nur 34 Prozent, wie aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Das Institut Dimap hat die Erhebung im Auftrag der CDU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz erstellt.
Im bundesweiten Schnitt gaben 56 Prozent der rund 2000 Befragten dem Schulsystem gute Noten, 38 Prozent bewerteten es als weniger gut oder schlecht. In den ostdeutschen Bundesländern indes überwogen - mit Ausnahme Sachsens - die negativen Bewertungen, in den westdeutschen Bundesländern - mit Ausnahme Hamburgs - die positiven. Die länderspezifischen Unterschiede in der Bewertung fielen zwischen Ost und West deutlicher aus als etwa zwischen CDU- und SPD-regierten Ländern.

Den besten Ruf genießen der Umfrage zufolge die Schulsysteme in Deutschlands Süden: Auf die Frage, in welchem Bundesland das Schulsystem am besten sei, antworteten 44 Prozent mit Bayern und 14 Prozent mit Baden-Württemberg. Sachsen kam mit sechs Prozent auf Platz drei.

In der Erhebung wurde auch nach Einschätzungen zu bildungspolitischen Themen gefragt. 94 Prozent der Befragten sprachen sich demnach dafür aus, Förderschulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf zu erhalten. 57 Prozent stimmten der Aussage zu, dass begabte Schüler besonders an Gymnasien optimal gefördert würden.

Die CDU-Auftraggeber der Studie werteten diese Befunde als Bestätigung für die bildungspolitischen Ziele ihrer Partei wie etwa den Erhalt des mehrgliedrigen Schulsystems. Die Bevölkerung wolle "nicht eine Schule für alle, sondern die richtige Schule für jeden", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, der thüringische Fraktionschef Mike Mohring. Mitte März finden in drei Bundesländern Landtagswahlen statt; im Wahlkampf spielen auch bildungspolitische Themen eine Rolle.

Eine Mehrheit ergab die Umfrage auch für die Stärkung der Berufsschule. 60 Prozent sprachen sich dafür aus, dass diese Schulen finanziell stärker unterstützt werden sollten. 80 Prozent vertraten die Ansicht, dass Bildungspolitik nicht zum Ziel haben sollte, möglichst vielen jungen Menschen den Weg zum Studium zu eröffnen, sondern berufliche Bildung und Hochschulbildung gleichberechtigt zu fördern.

Berufsschulen führten in der Bildungspolitik "häufig ein Stiefkinddasein", beklagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner bei der Vorstellung der Studie. Es sei deswegen "vielen Eltern gar nicht zu verübeln, wenn sie denken, ihr Kind hat nur eine Chance, wenn es Abitur gemacht hat. Die Politik müsse daher mehr für die berufliche Bildung tun.

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