Spahn spricht von "Ruhe vor dem Sturm"

  26 März 2020    Gelesen: 316
Spahn spricht von "Ruhe vor dem Sturm"

Tausende neue Ansteckungen, große regionale Unterschiede: Noch ist nicht klar, wie sich das Coronavirus in Deutschland weiter ausbreiten wird. Gesundheitsminister Spahn sieht die Politik weiter im "Krisenmodus".

Kontaktsperre, geschlossene Schulen und Geschäfte, Versammlungen untersagt: Die Bürger erleben laut Jens Spahn angesichts der Corona-Pandemie die stärksten Einschnitte in die bürgerlichen Freiheitsrechte in der Geschichte der Bundesrepublik. Das hat der Bundesgesundheitsminister bei der Bundespressekonferenz betont. Entwarnung gab er nicht, im Gegenteil: "Aber noch ist das die Ruhe vor dem Sturm. Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt."

Es sei wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern zu erhöhen. Es gebe viele Tests auf das Virus, aber diese müssten auch zielgerichtet eingesetzt werden, sagte er. Die Politik sei gerade im "Krisenmodus". Nach Ostern werde besprochen werden, wie Freiheiten wieder zurückgegeben werden könnten.

Spahn hat zudem eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen nach Ostern in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Auflagen der Behörden bis dahin "konsequent" eingehalten würden, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Ein wichtiger Aspekt bei der Eindämmung der Epidemie sei, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Hierzu sei eine Handy-Ortung wichtig, ohne die eine Lockerung der Einschränkungen schwierig sei.

In Deutschland sind kurzfristig weit über 10.000 freie Intensivbetten zur Behandlung von schwer erkrankten Virus-Patienten verfügbar. "Wir sind im Augenblick - heute, morgen, übermorgen – gerüstet", sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Mittlerweile beteiligten sich etwa 60 Prozent aller Krankenhäuser an einer Online-Plattform zur Verfügbarkeit von Intensivbetten. Am Donnerstagmorgen seien 5600 Betten freigewesen, zusätzlich wären weitere 5700 Betten innerhalb von 24 Stunden freizumachen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind - Stand null Uhr - in Deutschland mindestens 36.500 Menschen erkrankt, 198 Patienten an der Lungenkrankheit Covid-19 in der Bundesrepublik bislang gestorben. Das Robert Koch-Institut erfasst als Bundesbehörde die offiziellen Corona-Infektionsfälle für Deutschland. Da es ein paar Tage dauert, bis die Daten aus Laboren und von den Gesundheitsämtern in Städten und Landkreisen beim RKI ankommen, kann es bei der täglichen Zahl der Neuinfizierten zu Ungenauigkeiten kommen. Die Daten werden nachträglich vom RKI korrigiert.

spiegel


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