Pro und Contra Mundschutz im öffentlichen Raum

  01 April 2020    Gelesen: 378
Pro und Contra Mundschutz im öffentlichen Raum

Das verpflichtende Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit stößt weiter auf Bedenken. Politiker und gesellschaftlich Verantwortliche stehen einer Vorschrift skeptisch gegenüber: Die ohnehin schon knappen Bestände an hochwertigen Mundschutz-Masken könnten dann noch weiter zurückgehen.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Landsberg, sprach sich mit deutlichen Worten gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften aus. Landsberg sagte dem MDR-Fernsehen, er befürchte im Zuge einer Tragepflicht Hamsterkäufe von Masken. Damit mache man den Markt leer für jene, die den Atemschutz wirklich benötigten, wie Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger.

Reimann (SPD): „Einkaufen mit hochwertigen Masken ist unverantwortliche Verschwendung!“
Die niedersächsische Gesundheitsministerin Reimann sagte im Deutschlandfunk ebenfalls, sie halt nichts von Masken, die im öffentlichen Raum getragen werden müssten. Dies sei lediglich ein Spuckschutz. Schutzmasken seien die knappeste Ressource, die man habe, und diese gehöre ins Gesundheitswesen. Einkaufen mit hochwertigen Masken halte sie für unverantwortliche Verschwendung, betonte die SPD-Politikerin. Wenn sich jemand sicherer fühle mit einem selbstgemachten Mundschutz, dann könne er ihn gern tragen, aber es müsse auch für alle klar sein, dass das kein Schutz für sich selbst sei, sondern nur ein Tröpfchenschutz für die anderen.

Jenaer Oberbürgermeister verteidigt Maskenpflicht

Der Jenaer Oberbürgermeister Nitzsche verteidigte die Entscheidung der Stadt, in Supermärkten und im Nahverkehr das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zur Pflicht zu machen. Der FDP-Politiker sagte im Deutschlandfunk, gerade in geschlossenen Räumen sei die Maßnahme sinnvoll, weil sich dort der gebotene Mindestabstand kaum einhalten lasse. Natürlich biete eine einfache Maske keinen Vollschutz gegen das Coronavirus, betonte Nitzsche. Sie helfe aber zum Beispiel, wenn jemand noch gar nicht wisse, dass er das Virus in sich trage und andere Menschen infizieren könnte.

Ärztevertreter befürchten, dass sich durch eine allgemeine Mundschutzpflicht der Mangel an Schutzmasken im Gesundheitssystem noch verschärfen könnte. In Jena wird aber kein hochwertiger Mundschutz verlangt; es genügt auch ein selbstgenähter. Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Bisher spricht sich auch die Bundesregierung gegen eine Maskenpflicht aus.


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