Boeing beginnt mit 737-Max-Testflügen

  28 Juni 2020    Gelesen: 228
Boeing beginnt mit 737-Max-Testflügen

Seit März des vergangenen Jahres befinden sich die 737-Max-Maschinen von Boeing nach zwei Abstürzen mit vielen Toten am Boden. Für den US-Konzern ist das ein riesiger wirtschaftlicher Verlust. Doch nun soll es wieder voran gehen. Dreitägige Testflüge sind angesetzt.

Piloten und Testbesatzungsmitglieder der US-Luftfahrtbehörde FAA und von Boeing wollen Insidern zufolge am Montag Tests für die Wiederzulassung der Unglücksmaschine 737 Max starten. Die Prüfungen für die Zertifizierung der 737 Max dürften mindestens drei Tage dauern, hieß es.

Die Crew werde methodisch festgelegte Szenarien in der Luft durchspielen, wie Steilkurven. Auch würden die Piloten absichtlich die neu programmierte Software zur Verhinderung des Strömungsabrisses (MCAS) auslösen, die bei beiden Unglücken fehlerhaft war.

Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs in Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Todesopfern darf die 737 Max seit März vergangenen Jahres weltweit nicht mehr fliegen. Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Abstürze durch ein Softwareproblem in einem Stabilisierungssystem verursacht worden waren, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

Boeing hat seitdem die Software überarbeitet. Der nächste Kontrollschritt bis zu einen Testflug wurde jedoch durch neue Software-Probleme immer wieder verzögert.

Wieder Produktion seit Ende Mai

"Die FAA überprüft derzeit, ob Boeing die Anforderungen erfüllt, die für den nächsten Schritt erforderlich sind. Wir werden einen Zertifizierungsflug erst durchführen, wenn uns die Daten überzeugen", sagte ein Sprecher der US-Luftfahrtbehörde.

Die Sicherheitsprobleme der 737 Max stürzten den Konzern in eine tiefe Krise, die zuletzt durch den weltweiten Einbruch des Flugverkehrs als Folge der Coronavirus-Pandemie weiter verschärft wurde. Ende Mai nahm Boeing die Produktion der 737 Max trotz des weltweiten Flugverbots wieder auf.

Die FAA hatte in der vergangenen Woche eine Richtlinie eingeführt, die Inspektionen für besseren Schutz von Verkabelung nahe der Triebwerke vorschreibt. Boeing teilte mit, die Mängel selbst entdeckt und die Maßnahme bereits im Dezember 2019 empfohlen zu haben. Der Hersteller arbeite eng mit seinen Kunden zusammen, um sicherzustellen, dass die Triebwerksgondeln voll vor elektrischer Energie geschützt seien. Boeing unterstütze die neue Lufttüchtigkeitsdirektive der FAA.

Quelle: ntv.de, wne/rts/AFP/dpa


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