USA zählen drei Millionen Corona-Fälle

  08 Juli 2020    Gelesen: 904
  USA zählen drei Millionen Corona-Fälle

In der Corona-Pandemie bleiben die USA das Land der furchterregenden Superlative: Durch die anschwellende Menge an Neuinfektionen springt die Gesamtzahl über die Drei-Millionen-Marke. Der tägliche Zuwachs bei den Todesfällen schnellt in die Höhe.

Die Zahl der Corona-Infektionen in den USA hat die Schwelle von drei Millionen Infektionsfällen überschritten. Mittlerweile haben sich in den Vereinigten Staaten insgesamt bereits 3.011.599 Menschen nachgewiesenermaßen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den täglich veröffentlichten Berechnungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de seit Beginn der Pandemie bezieht.

Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Houston, Texas, am 7. Juli, während Menschen in langen Schlangen in ihren Autos auf den Covid-19-Test warten.

Den Angaben zufolge verzeichneten die Gesundheitsbehörden zuletzt 53.652 Neuinfektionen binnen eines Tages - das ist der vierthöchste US-Wert seit Beginn der Erhebungen. Zudem wurde ein deutlicher Tageszuwachs bei den Todesfällen verzeichnet: Nachdem noch bis Dienstag 421 weitere Tote im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet worden waren, hat sich dieser Wert nun mit 937 weiteren Sterbefällen mehr als verdoppelt.

Die Gesamtzahl der Corona-Todesopfer in den USA stieg damit den NYT-Erhebungen zufolge auf 131.266 an. Noch am Montag hatte Präsident Donald Trump auf Twitter gejubelt, dass die Todeszahlen aufgrund zahlreicher Tests "gleichbleibend niedrig" seien. Der Sieben-Tage-Schnitt der gemeldeten Todesfälle gibt ihm momentan allerdings recht: Hier ist weiterhin noch ein Abwärtstrend erkennbar.

In der weltweiten Sars-CoV-2-Pandemie markieren die Vereinigten Staaten somit weiterhin furchterregende Superlative. Sowohl bei der Gesamtzahl der bestätigten Infektionen als auch bei der Anzahl der Todesfälle weisen die USA mit Abstand höhere Werte auf als alle anderen Länder der Welt. Zum Vergleich: Das am zweitschwersten von der Pandemie betroffene Land Brasilien zählt aktuell 1.668.589 Infektionen und 66.741 Todesfälle. In Deutschland haben sich bislang 196.999 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der Todesopfer beträgt 9029.

Gravierende Dynamik

Mit Blick auf die historische Entwicklung der Fallzahlen fällt auf, dass sich das Coronavirus schier unaufhaltsam in den USA ausbreitet. Die Eine-Million-Marke wurde den NYT-Erhebungen zufolge Ende April überschritten, die Zwei-Millionen-Marke nur anderthalb Monate später Anfang Juni. Fast exakt einen Monat später bewegen sich die Werte nun bereits jenseits der Drei-Millionen-Marke. Anzeichen für eine Trendwende sind nicht zu erkennen.

Seit der ersten bestätigten Infektion Ende Januar 2020 hat sich in den USA eine Dynamik entwickelt, der sich mittlerweile kein einziger der 50 Bundesstaaten mehr entziehen kann. Besonders schwer betroffen sind aktuell die bevölkerungsreichen Regionen wie Kalifornien, Texas und Florida. Doch auch in kleineren und abgelegeneren Staaten wie Alaska oder auch Hawaii wachsen die täglichen Neuinfektionen deutlich an.

Obwohl die USA längst zum weltweit größten Covid-19-Krisenherd aufgestiegen sind, sieht Präsident Donald Trump noch immer keinen Anlass für aggressivere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr Fälle. Wenn wir die Hälfte der Tests machen würden, hätten wir viel weniger Fälle", sagte er jüngst im Weißen Haus. Momentan kommen die USA je nach Zählweise auf rund 35 Millionen Testeinheiten, was bezogen auf die Bevölkerung einer Quote von rund 105 Tests je 1000 Einwohner entspricht. In Deutschland kommen etwa 70,1 Tests auf 1000 Einwohner. In Ländern wie Israel, Portugal oder auch Russland liegen diese Quoten teils sehr viel höher.

Kritiker werfen Trump vor, die bedrohliche Situation in seinem Land zu verharmlosen. Auch sein Pandemie-Berater, der Immunologe Anthony Fauci, sprach zu Wochenbeginn von einer "ernsten Lage", die noch immer außer Kontrolle sei. Trump widersprach dem international anerkannten Experten umgehend. Wie bereits mehrmals zuvor betonte er, dass seine Regierung im Kampf gegen die Pandemie einen "guten Job" geleistet habe.

Versäumnisse im Umgang mit der Pandemie hätten seiner Meinung andere zu verantworten - wie etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Trump wirft den WHO-Experten vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle Chinas zu stehen. Der US-Präsident, der sich im Herbst um eine zweite Amtszeit bewirbt, machte zuletzt seine Drohungen wahr und leitete - inmitten der laufenden Pandemie - formell den Austritt der USA aus der WHO ein. Dieser Schritt soll am 6. Juli 2021 wirksam werden.

Anmerkung: Im zweiten Absatz wurden die Angaben zu den Todeszahlen hinsichtlich des Sieben-Tage-Trends nachträglich konkretisiert.

Quelle: ntv.de


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