Bahn kommt in Corona-Krise pünktlicher

  12 Juli 2020    Gelesen: 264
Bahn kommt in Corona-Krise pünktlicher

Die Corona-Krise stürzt auch die Deutsche Bahn in Nöte. Ein Einbruch bei der Zahl der Fahrgäste führt zu hohen Verlusten. Etwas Gutes geht mit dem schwierigen ersten Halbjahr dennoch einher: Die Züge kommen so häufig pünktlich an wie lange nicht mehr.

Zwar fahren in der Corona-Krise noch immer deutlich weniger Menschen mit der Bahn als gewöhnlich - doch die kommen so pünktlich ans Ziel wie seit Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren im Schnitt 83,5 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn pünktlich, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. "Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit hat natürlich auch die geringe Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen", hieß es. Demnach erholt sich die Auslastung im Fernverkehr nur langsam und liegt derzeit im Schnitt bei rund 30 Prozent. Zwischenzeitlich waren die Fahrgastzahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

Doch auch deutliche Fortschritte beim Baustellenmanagement, eine schnellere Instandsetzung von Zügen sowie generell weniger Störungen an der Infrastruktur hätten zu der Verbesserung beigetragen. "Größere Hallen, erweiterte Werkstätten sowie neue Behandlungs- und Abstellgleise sorgen dafür, dass die Züge schneller und besser instandgehalten und somit rascher zurück in den Betrieb geführt werden können." Inzwischen seien zudem 49 Züge der neuen ICE-4-Reihe im Einsatz.

So pünktlich wie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war die Bahn eigenen Angaben zufolge zuletzt im Jahr 2008. Noch im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeitsquote im selben Zeitraum bei lediglich 77,2 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er nicht mehr als sechs Minuten hinter dem Fahrplan am Ziel ankommt.

Die niedrige Auslastung hilft zwar dabei, den Fernverkehr zuverlässiger fahren zu lassen. Doch weil das Angebot in der Krise nur maximal um ein Viertel reduziert worden war, hat der Konzern hohe Verluste eingefahren. Ein deftiges Sparprogramm und milliardenschwere Staatshilfen sind die Folge. An den Investitionen in Infrastruktur und den Personalaufbau will der Konzern aber festhalten. "Rund 12,2 Milliarden Euro fließen allein in diesem Jahr in Erhalt und Ausbau von Netz, Bahnhöfen und Energieanlagen", hieß es.

Quelle: ntv.de, jog/dpa


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