Vorsicht beim Feiern im Urlaub

  13 Juli 2020    Gelesen: 290
Vorsicht beim Feiern im Urlaub

Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich besorgt über die Partys deutscher Touristen auf Mallorca gezeigt. Man müsse aufpassen, dass der Ballermann nicht zum zweiten Ischgl werde, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Wo miteinander gefeiert werde, sei das Infektionsrisiko besonders hoch. Wenn die Urlauber dann die Rückreise anträten, bestehe im Flieger und zu Hause ein Ansteckungsrisiko.

Am Wochenende hatten Touristen auf Mallorca für Empörung gesorgt, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten. Spahn warnte davor, das Risiko durch das Coronavirus zu unterschätzen. Die Gefahr einer zweiten Welle sei real. „Ich bin jetzt wirklich kein Spielverderber oder Spaßverderber oder Feierverächter – aber es ist halt grad nicht die Zeit dafür“, sagte Spahn. Die Bürger seien aufgerufen, weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen zu beachten und Alltagsmasken zu tragen.

Montgomery: „Urlaub mit und nicht von dem Coronavirus“

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, warnte Mallorca-Reisende vor Nachlässigkeit. Die Menschen müssten auch im Urlaub zwingend alle Abstands- und Hygieneregeln einhalten, sagte Montgomery im Deutschlandfunk. Man müsse begreifen, dass man nicht Urlaub von, sondern mit dem Coronavirus mache. Und dies gelte noch auf unabsehbare Zeit. Der Erreger kenne keine Regionen, erklärte der Mediziner. Alle Ausbrüche der Vergangenheit hätten zudem gezeigt, dass viele Menschen auf engstem Raum prädestiniert dafür seien, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Montgomery plädierte dafür, Mallorca-Rückkehrer für zwei Wochen in Quarantäne zu schicken, um hierzulande eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Spahn mahnt besondere Vorsicht beim Reisen an

Bundesgesundheitsminister Spahn führte aus, bei Urlaubsreisen mit dem Flugzeug seien sowohl Reisende als auch die Fluggesellschaften dazu aufgerufen, die geltenden Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten. Ihm sei anekdotisch berichtet worden, dass die Maskenpflicht im Flugzeug nicht immer vollumfänglich eingehalten werde. Es gebe die Erwartung an die Fluggesellschaften, dass das Maskentragen mit entsprechender Konsequenz durchgesetzt werde. Zugleich verteidigte er die Entscheidung, Linienflüge wieder grundsätzlich zu erlauben. Es handele sich um ein gemeinames europäisches Vorgehen, erklärt der CDU-Politiker.

Mit Blick auf die Sicherheit verwies er auf einen starken Luftaustausch in den Kabinen und leistungsstarke Luftfilter. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, äußerte sich ähnlich. Seiner Einschätzung nach ist die Gefahr einer Infektion beim Zugang zum Flughafen und beim Anstehen am Check-In-Schalter größer als im Flugzeug selbst.

RKI-Präsident: Infektionszahlen in Deutschland gut beherrschbar

Wieler schätzt die Infektionszahlen in Deutschland als gut beherrschbar ein. Die Zahl der neuen Fälle habe sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, sagte Wieler. Auch die Zahl der Toten sei sehr niedrig. Auch er mahnte aber zur Wachsamkeit. Nach RKI-Angaben haben die Gesundheitsämter 159 neue Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Coronakrise 198.963 Menschen hierzulande nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 9.064 seien an oder mit dem Krankheitserreger gestorben, schätzungsweise 185.100 Patienten hätten die Infektion überstanden. Rechnerisch gibt es somit gut 4.800 aktive Fälle in Deutschland.


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