Amazon steigert Gewinn in Krise massiv

  31 Juli 2020    Gelesen: 283
Amazon steigert Gewinn in Krise massiv

Mehr als fünf Milliarden Dollar Gewinn machen Amazon und Facebook im zweiten Quartal - die Gründe aber können unterschiedlicher kaum sein. Amazon steigert sich dank geschlossener Läden, Facebook trotzt dem Werbeboykott. Bei Google und Alphabet sinken die Umsätze.

Die Internetriesen Facebook und Amazon haben ihre Quartalsgewinne verdoppeln können. Beide Online-Plattformen vermeldeten für das zweite Quartal des Jahres einen Gewinn von jeweils 5,2 Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro). Während bei Facebook trotz eines Werbeboykotts zahlreicher Unternehmen ein Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar zu Buche stand, waren es bei Amazon 88,9 Milliarden Dollar.

Facebooks Gewinn fiel in etwa doppelt so hoch aus wie im Vorjahresquartal. Damals wurde das Ergebnis allerdings unter anderem von einer Zahlung von zwei Milliarden Dollar nach Ermittlungen der Verbraucherschutzbehörde FTC belastet. Der Konzern erklärte, die Zahl der monatlichen Nutzer sei weltweit auf 2,7 Milliarden gestiegen. Eine Reihe von großen Unternehmen hatte zuletzt allerdings angekündigt, im Kampf gegen Hass und rassistische Hetze vorerst auf das Schalten von Werbeanzeigen bei Facebook zu verzichten.

Trotz des gestiegenen Gewinns wächst das Geschäft von Facebook deutlich langsamer als zuvor. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um elf Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar. In den ersten Juli-Wochen gab es ein ähnliches Wachstum, wie das weltgrößte Online-Netzwerk mitteilte. Vor der Krise waren in Facebooks Geschäft Wachstumsraten über 20 Prozent an der Tagesordnung.

Apple übertrifft die Erwartungen

Der Online-Versandhändler Amazon profitierte derweil sichtlich von der Krise. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 40 Prozent. "Das war ein weiteres höchst ungewöhnliches Quartal", erklärte Amazon-Chef Jeff Bezos. Wegen der Pandemie bestellen viele Menschen weltweit mehr im Internet - weil Geschäfte wochenlang schließen mussten oder weil Kunden auch nach einer Wiedereröffnung der Läden lieber weiterhin online einkaufen. Zudem floriert das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz weiter, auch wenn Amazons Flaggschiff AWS die hohen Wachstumserwartungen zuletzt nicht ganz erfüllen konnte.

Ein bescheideneres Gewinnplus verbuchte der Internet- und Technologiekonzern Apple. Der Quartalsgewinn des iPhone-Herstellers stieg um acht Prozent auf knapp 11,25 Milliarden Dollar. Damit zeigt sich das Geschäft immun gegen die Krise. Der Umsatz stieg im vergangenen Vierteljahr um elf Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar - es war ein Bestwert für das Juni-Quartal. Alle Produktbereiche legten zu. Der Gewinn stieg um zwölf Prozent auf 11,25 Milliarden Dollar. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten.

Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent zu und notierte zum ersten Mal über der Marke von 400 Dollar. Unter anderem das iPhone-Geschäft lief deutlich besser als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Apple steigerte den Umsatz mit seinem wichtigsten Produkt um fast 1,7 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten zum Teil mit einem iPhone-Umsatz bei nur 21 Milliarden Dollar gerechnet. Bei den Mac-Computern sprang der Umsatz um rund 22 Prozent auf den Bestwert von gut sieben Milliarden Dollar hoch.

Youtube stark, Google nicht so sehr

Dagegen ging der Gewinn von Alphabet deutlich zurück. Der Gewinn schrumpfte im zweiten Quartal um 30 Prozent ein. Höhere Kosten und sinkende Werbeeinnahmen während der Pandemie haben den Google-Mutterkonzern belastet. Der Gewinn sank im Jahresvergleich von 9,95 Milliarden auf 6,96 Milliarden Dollar (5,87 Mrd Euro), wie der Internetriese mitteilte. Alphabets Geldmaschine - das Anzeigengeschäft von Google - erhielt in der Krise einen seltenen Dämpfer. Insgesamt schrumpfte der Umsatz des Konzerns um rund zwei Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar.

Stark entwickelten sich indes die Werbeerlöse der Video-Tochter Youtube, hier gab es ein Plus von sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Googles Cloud-Geschäft steigerte den Umsatz sogar um 43 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar. Obwohl Alphabet die Markterwartungen übertraf, fiel die erste Reaktion der Anleger nachbörslich verhalten aus. Die Aktie verbuchte zunächst nur einen leichten Anstieg. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Kurs aber auch schon um 14,5 Prozent zugelegt.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP/dpa


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