Entscheidung für Vettel "war nicht einfach"

  22 September 2020    Gelesen: 225
  Entscheidung für Vettel "war nicht einfach"

Um Sebastian Vettel zu verpflichten, entlässt Racing Point zum Jahresende Sergio Perez. Keine leichte Entscheidung, verrät F1-Teamboss Otmar Szafnauer. Denn der vierfache Weltmeister bringt nicht nur viel Erfahrung mit, sondern auch große Ambitionen.

Eigentlich sollte beim Großen Preis der Toskana das Ferrari-Jubiläum im Mittelpunkt stehen, doch das Thema des jüngsten Formel-1-Rennwochenendes war der Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin zur Saison 2021, dem Nachfolger des aktuellen Racing-Point-Teams. Die Scuderia hatte den deutschen Piloten bereits im Mai öffentlichkeitswirksam zum Jahresende vor die Tür gesetzt, der dann pünktlich zu den Feierlichkeiten zum 1000. Grand-Prix-Start der Scuderia verlauten ließ, dass er "nach langer Überlegung" einen neuen Arbeitgeber gefunden habe.

Vettels zukünftiger Chef Otmar Szafnauer hat nun erklärt, wie es zum Deal zwischen dem Deutschen und dem Rennstall kam. Das finale Votum im Vettel-Poker fiel demnach erst unmittelbar vor dem offiziellen Statement des britischen Teams in Mugello. "Wir hatten schon länger mit ihm gesprochen, aber die endgültige Entscheidung fiel erst kurz vor der Bekanntgabe", verriet Teamchef Szafnauer.

Die Entscheidung pro Vettel war dabei nicht nur eine für den 53-fachen Rennsieger - denn für ihn muss Sergio Perez aus dem Racing-Point-Cockpit weichen. "Es war nicht einfach für uns, weil 'Checo' einen so guten Job für uns gemacht hat. Er ist ein toller Racer, ein schneller Racer", so der 56-Jährige. "Ich denke, es ist ein Kompliment für 'Checo', dass wir so lange Zeit brauchten, um zu entscheiden, ob wir einen viermaligen Weltmeister mit der Erfahrung eines Sebastian Vettel nehmen oder ihn."

"1000 kleine Dinge, die helfen"

Doch die Marke "Sebastian Vettel" hat viel Gewicht und unterstreicht die Ambitionen des aufstrebenden Rennstalls, das weiß auch Szafnauer. Ausschlaggebend für den Fahrertausch sei die Erfahrung des Heppenheimers gewesen, der seit 2007 in der Formel 1 fährt. Ein Topmann wie Vettel sei nicht "jeden Tag oder jedes Jahr verfügbar". Und: "Ich denke, dass es für Aston Martin die richtige Entscheidung ist, die Erfahrung von Vettel zu bekommen, die Erfahrung für Topteams zu arbeiten und zu fahren. Und das will auch Aston Martin sein."

Mit seiner Erfahrung soll Vettel außerdem dabei helfen, aus dem Mittelfeldteam im Laufe der kommenden Jahre einen Sieganwärter zu machen, der die Fehler der Top-Teams bestrafen kann. Zusätzlich besteht die Hoffnung, dass er dem zweiten Piloten Lance Stroll als Vorbild und Ratgeber dient.

"Er wird das Team auf ein anderes Level bringen und ich bin sicher, dass es 1000 kleine Dinge sein werden, die helfen, uns zu verbessern. Ich bin überzeugt davon, dass er eine weltmeisterliche Arbeitseinstellung mitbringen wird und davon werden wir alle profitieren. Er wird auch ein großartiger Mentor für Lance Stroll sein. Es ist toll, dass er von einem viermaligen Weltmeister lernen kann."

Quelle: ntv.de, tsi/rtl.de


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