Merz-Bewerbung kommt nicht gut an

  18 Januar 2021    Gelesen: 136
Merz-Bewerbung kommt nicht gut an

Die Bewerbung von CDU-Wahlverlierer Friedrich Merz um das Amt des Bundeswirtschaftsministers stößt bei den Deutschen auf Ablehnung. 41 Prozent begrüßen die Wahl von NRW-Ministerpräsident Laschet zum CDU-Chef.

Nach der Entscheidung des CDU-Parteitags für Armin Laschet als neuen Vorsitzenden sagen 41 Prozent der Deutschen, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sei eine gute Wahl. Das ergab eine aktuelle Blitz-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter mehr als 2000 Wahlberechtigten.

18 Prozent der Befragten hätten lieber Friedrich Merz, 17 Prozent Norbert Röttgen als neuen Chef der Christdemokraten gesehen. 57 Prozent der CDU-Anhänger und 43 Prozent der CSU-Anhänger begrüßen die Entscheidung für Laschet. 46 Prozent der FDP- und 54 Prozent der AfD-Anhänger hätten hingegen Merz als CDU-Chef vorgezogen.

56 Prozent der Wahlberechtigten sind überzeugt, dass Laschet "die verschiedenen Lager in der CDU zusammenhalten und zusammenführen" kann. In Nordrhein-Westfalen glauben das zwei Drittel der Wahlberechtigten (65 Prozent), von den CSU-Anhängern 57 und von den CDU-Anhängern 71 Prozent. 17 Prozent der Befragten sind der Auffassung, Friedrich Merz wäre dazu besser in der Lage gewesen.

Kaum Verständnis für Merz' Bewerbung

Wahlverlierer Merz hatte den neuen CDU-Vorsitzenden noch am Samstag dazu aufgefordert, ihm in der jetzigen Bundesregierung zum Amt des Wirtschaftsministers zu verhelfen; Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ daraufhin mitteilen, in ihrem Kabinett seien keine personellen Veränderungen geplant. Das findet den Zuspruch einer deutlichen Mehrheit: Eine solche Amtsübernahme sei "unangemessen", sagen 70 Prozent der Bundesbürger. 19 Prozent fänden es richtig, wenn Merz noch vor der Bundestagswahl neuer Wirtschaftsminister würde.

Söder weiterhin Favorit als Kanzlerkandidat

Auch nach der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden bleibt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder für 36 Prozent der Wahlberechtigten Favorit als gemeinsamer Kanzlerkandidat der Unionsparteien. 21 Prozent würden lieber Laschet als Kanzlerkandidaten sehen, 10 Prozent Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und 3 Prozent Friedrich Merz. 7 Prozent hätten lieber einen anderen Kandidaten, 23 Prozent können sich noch nicht entscheiden.

Von den CDU-Anhängern plädieren 51 Prozent für Söder, von den CSU-Anhängern 69 Prozent. Für 25 Prozent der CDU- und 13 Prozent der CSU-Anhänger ist Laschet momentan der Favorit.

Söder vor Scholz und Habeck

Wenn in Deutschland eine Direktwahl des Kanzlers möglich wäre, würden sich bei einer Kandidatur Markus Söders 34 Prozent für ihn entscheiden, 16 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und 18 Prozent für Grünen-Chef Robert Habeck. 32 Prozent würden keinen der drei wählen. Wäre Armin Laschet der Unions-Kandidat, würden 25 Prozent ihn wählen und jeweils 18 Prozent Scholz oder Habeck. 39 Prozent würden sich für keinen der drei entscheiden.

Bei der Forsa-Befragung am Wochenende wurden auch die Parteipräferenzen der Wahlberechtigen erfragt. Das Ergebnis zeigt, dass die Wahl des neuen CDU-Chefs an den Wahlabsichten der Bundesbürger nichts geändert hat. Die Union kommt wie im RTL/ntv-Trendbarometer vom 11. bis 15. Januar auf 35 Prozent und bleibt mit Abstand stärkste politische Kraft. Die FDP hat sich am Wochenende um einen Prozentpunkt verbessert (auf 7 Prozent), die Grünen haben einen Prozentpunkt verloren (auf 19 Prozent). Bei allen anderen Parteien gab es keine Veränderung gegenüber dem Trendbarometer, sodass die SPD bei 15 Prozent bleibt, die Linke bei 8 und die AfD bei 9. Die sonstigen kleineren Parteien kommen weiterhin auf 7 Prozent.

Die Daten beruhen auf einer Blitzumfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa nach der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden am Wochenende, 16. und 17. Januar. Datenbasis: 2014 Wahlberechtigte. Statistische Fehlertoleranz: +/–2,5 Prozentpunkte. Die Daten des Trendbarometers wurden im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 11. bis 15. Januar erhoben. Datenbasis: 2504 Befragte.

Quelle: ntv.de, hvo


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