Stromausfall in iranischer Atomanlage: Irans Außenminister beschuldigt Israel und schwört Rache

  12 April 2021    Gelesen: 235
Stromausfall in iranischer Atomanlage:     Irans Außenminister beschuldigt Israel und schwört Rache

Teheran macht Israel für den Stromausfall in der Atomanlage in Natanz am vergangenen Sonntag verantwortlich. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat im staatlichen Fernsehen Vergeltung angekündigt.

Im Elektrizitätsnetz der Urananreicherungsanlage in Natanz habe sich ein Unfall ereignet, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Sonntagmorgen mit. Verletzte gebe es nicht, eine Verunreinigung der Umwelt habe nicht stattgefunden, man forsche nach der Unfallursache. Wenig später meldete sich der Vize-Chef der iranischen Behörde, Ali Akbar Salehi, in staatlichen Medien zu Wort: Der Unfall sei ein Angriff und ein Ausdruck von „nuklearem Terrorismus“, sagte er.

Auch der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat sich zu dem Vorfall in Natanz geäußert. Am heutigen Montag sagte er im iranischen Fernsehen: „Die Zionisten wollen Rache üben wegen unserer Fortschritte auf dem Weg zur Aufhebung der Sanktionen. (…) Sie haben in aller Öffentlichkeit gesagt, sie würden dies nicht zulassen. Aber wir werden unsererseits Rache nehmen an den Zionisten.“

Mutmaßlich ein Sabotageakt
Die „New York Times“ berichtet währenddessen, der gestrige Stromausfall in der iranischen Atomanlage sei durch eine von israelischen Geheimdiensten herbeigeführte Explosion verursacht worden. Die Detonation sei groß genug gewesen, um das unabhängige und stark geschützte interne Stromnetz der Anreicherungsanlage komplett zu zerstören.

Die Zeitung hat dies nach eigenen Angaben von zwei Geheimdienstmitarbeitern erfahren, die nicht genannt werden wollten: Es habe sich um eine israelische Geheimmission gehandelt – mit dem Ziel, die Fähigkeiten Irans zur Urananreicherung zunichtezumachen. Nach dem gestrigen Unfall würde es mindestens neun Monate dauern, um die Urananreicherung in Natanz wieder hochzufahren.

snanews


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