Laschet hält sich Tür nach NRW offen

  07 Mai 2021    Gelesen: 1549
Laschet hält sich Tür nach NRW offen

Armin Laschet ist Unions-Kanzlerkandidat und CDU-Chef - doch seine Spitzenämter in Nordrhein-Westfalen will er trotzdem so schnell nicht aufgeben. Ein Landesparteitag, auf dem seine Nachfolge geregelt werden könnte, will er Berichten zufolge auf Oktober verschieben - nach der Bundestagswahl.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet erwägt Medienberichten zufolge für den Fall, dass er nach der Bundestagswahl nicht Kanzler wird, nach Nordrhein-Westfalen zurückzukehren. Der CDU-Politiker ist nach wie vor Ministerpräsident des bevölkerungsstärksten Bundeslandes und will es demnach nach einer möglichen Wahlniederlage auch bleiben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" zuerst berichtete, wolle er den CDU-Landesparteitag, auf dem wohl auch über seine Nachfolge entschieden werden würde, auf den Oktober verlegen - nach der Bundestagswahl.

Offiziell heißt es laut dem "Spiegel", dass der Parteitag verschoben werden solle, damit er im Oktober in Präsenz stattfinden kann. Teilnehmen würden demnach etwa 700 Personen. Laschet habe in Gesprächen zudem zugesagt, auch nach einer Wahlniederlage nach Berlin wechseln zu wollen. Kandidaten für seine Nachfolge in NRW soll es ebenfalls bereits geben. Demnach haben neben Innenminister Herbert Reul auch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Verkehrsminister Hendrik Wüst Chancen. In Nordrhein-Westfalen steht 2022 die nächste Landtagswahl an.

Obwohl er im Januar zum Vorsitzenden der Bundes-CDU gewählt wurde, hat Laschet bisher weder den Landesvorsitz noch das Amt des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen aufgegeben. Fände der Parteitag der NRW-CDU erst im Oktober statt, böte dies Laschet die Möglichkeit, sich wiederwählen zu lassen. Als Unions-Kanzlerkandidat verlief der Wahlkampfstart für ihn - nach dem Machtkampf mit CSU-Chef Markus Söder, der Maskenaffäre in der Union und der Nominierung von Hans-Georg Maaßen als CDU-Spitzenkandidat in Südthüringen - nicht optimal. Rückenwind kommt in dieser Situation ausgerechnet von seinem alten Rivalen Friedrich Merz.

Merz: "Strategische Geduld ist klug"

Der frühere Unionsfraktionschef und unterlegene Mitbewerber um den CDU-Vorsitz verteidigt Laschets Performance. "Strategische Geduld ist klug, gerade in aufgeregten Zeiten. Auf die Schlussphase kommt es an", sagte er der "Bild"-Zeitung. Gleichzeitig legte Merz die Latte für die Union bei der Bundestagswahl im September hoch. "Wenn wir die Bundestagswahl gewinnen wollen, dann müssen wir in ganz Deutschland über 30 Prozent erreichen, in Bayern gut 40 Prozent." Er räumte ein, dass man davon zurzeit aber noch weit entfernt sei. "Wir werden uns gemeinsam sehr anstrengen müssen."

Nach aktuellen Umfragen würde die Union derzeit 23 Prozent der Stimmen erreichen. Damit steht sie hinter den Grünen, die mit aktuell 26 Prozent als stärkste Kraft ins Parlament einziehen würden. Über seine persönlichen Ambitionen für ein politisches Amt wollte Merz sich nicht äußern. Er trete für den Hochsauerlandkreis als Abgeordneter an. Alles andere stehe nicht auf der Tagesordnung.

Quelle: ntv.de, jug/dpa


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