Schweinsteiger kritisiert Löw und Hoeneß

  02 Juni 2021    Gelesen: 704
  Schweinsteiger kritisiert Löw und Hoeneß

Mit Mats Hummels und Thomas Müller sind zwei Ausgebootete zurück in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Nur auf einen verzichtet Joachim Löw weiter: Jérôme Boateng. Dafür kassiert der Bundestrainer von Ex-Spieler Bastian Schweinsteiger Kritik. Der macht sich für seinen früheren Teamkollegen stark.

TV-Experte Bastian Schweinsteiger kann die Kaderzusammenstellung von Bundestrainer Joachim Löw für die Fußball-EM nicht ganz nachvollziehen. Es sei ihm "ein Rätsel, wieso Jérôme Boateng nicht nominiert wurde", sagte der Weltmeister von 2014 in einem Interview der "Sport Bild". "Er hat maßgeblich Anteil an der Sechs-Titel-Saison des FC Bayern, an der Meisterschaft diese Saison. Wenn ich die Innenverteidiger der abgelaufenen Saison durchgehe, war Jérôme für mich der beste Mann in der Bundesliga", sagte der ARD-Experte über seinen ehemaligen Mitspieler beim deutschen Rekordmeister und in der Nationalmannschaft.

Aus seiner Sicht führe aber kein Weg an Boateng vorbei, sagte Schweinsteiger. "Er ist auch besser als alle Verteidiger, die nun im EM-Aufgebot Deutschlands stehen", sagte der 36-Jährige. Neben Hummels und Boatengs Bayern-Kollege Niklas Süle stehen noch Robin Koch, Antonio Rüdiger und Matthias Ginter für die Innenverteidigerposition im Aufgebot.

Dass Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß öffentlich nicht für Boateng eingetreten war, enttäuschte Schweinsteiger ebenfalls. "Das hat mich überrascht. Ich kannte Uli Hoeneß immer so, dass es ihm das Wichtigste war, die eigenen Spieler des FC Bayern zu schützen", sagte der frühere Bayern-Profi: "Ich weiß nicht, ob immer noch etwas zwischen den beiden steht. Für mich ist die Leistung entscheidend. Und da führt kein Weg an Jérôme Boateng vorbei."

Hoeneß hatte als RTL-Experte Anfang April gesagt: "Ich würde ihn nicht mitnehmen. Schließlich haben wir ja genug gute Abwehrspieler." Der frühere Präsident des FC Bayern gilt allerdings schon länger als Kritiker von Boateng. Nach dessen Ausbootung bei der Nationalmannschaft im Frühjahr 2019 hatte er dem langjährigen Bayern-Spieler auch einen Abschied vom Klub nahegelegt. Mit derben Worten hatte er damals Journalisten gesagt: "Dem würde ich empfehlen, den Verein zu verlassen. Ich glaube, er braucht eine neue Herausforderung. Im Moment wirkt er wie ein Fremdkörper." Auch als Boateng unter Flick wieder zum Stammspieler wurde und kontinuierlich Leistung brachte, hielt Hoeneß daran fest.

Anders als Boateng sind Mats Hummels und Thomas Müller nun wieder zurück bei der Nationalmannschaft. Dass sie für die Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) im DFB-Kader stehen, begrüßte Schweinsteiger. "Der Leistungsgedanke muss über allem stehen, die Besten müssen dabei sein", sagte der 36-Jährige. Müller habe "sensationell performt", und Hummels verfüge über "viel Erfahrung".

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid


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