Bangladesch setzt Truppen für Versorgung von Rohingya-Flüchtlingen ein

  23 September 2017    Gelesen: 262
Bangladesch setzt Truppen für Versorgung von Rohingya-Flüchtlingen ein

Bangladesch hat am Samstag Soldaten in das Grenzgebiet zu Myanmar geschickt, die bei der Versorgung der aus dem Nachbarland geflohenen Rohingya helfen sollen. Die Soldaten sollen von diesem Samstag an im Grenzbezirk Cox's Bazar Hilfsgüter verteilen und Notunterkünfte bauen. Aus dem buddhistischen Myanmar sind etwa 430.000 Angehörige der muslimischen Volksgruppe nach Bangladesch geflohen.

Nach UN-Angaben hat etwa die Hälfte der Flüchtlinge noch keine feste Unterkunft und kaum Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten. Bangladesch hat einen Teil seines Hoheitsgebiets zum Aufbau von 14.000 Behausungen für 85.000 Flüchtlingsfamilien bereitgestellt. Außerdem werden Grenzwächter eingesetzt, um die Weiterreise der Flüchtlinge in andere Landesteile zu verhindern.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warf den Streitkräften Myanmars am Samstag eine "Politik der verbrannten Erde" in den Siedlungsgebieten der Rohingya vor. "Auch gestern brannten erneut Rohingya-Dörfer", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius in Göttingen. Seit dem 25. August seien demnach mindestens 220 Rohingya-Dörfer zerstört worden. An dem Tag hatten Rohingya-Rebellen Militärposten überfallen und damit den Militäreinsatz von Myanmars Behörden ausgelöst. (dpa)

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