200 Corona-Tote obduziert: Rechtsmediziner plädiert gegen Einschüchterung mit „Killervirus“

  28 Mai 2020    Gelesen: 1412
200 Corona-Tote obduziert: Rechtsmediziner plädiert gegen Einschüchterung mit „Killervirus“

Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel glaubt, dass man mit dem Thema Corona rationaler umgehen sollte. „Wir als Gesellschaft stellen diese Toten gerade derart in den Mittelpunkt, dass alle Angst bekommen. Alle denken: Killervirus!, sie lesen die nackten Zahlen, über 8000 Tote, und denken: Als Nächstes bin ich dran“, sagte Püschel der „Zeit“.

Er kritisierte besonders den Umgang mit Senioren. „Alte Menschen brauchen ihre Familie. Direkt an ihrem Bett, anwesend, gerade die Schwerkranken!“ Püschel hat bislang alle gut 200 Verstorbenen in Hamburg, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren, obduziert. Ausnahmslos alle von ihnen hätten schwerwiegende Vorerkrankungen gehabt, die ihre Lebenserwartung stark eingeschränkt hätten.

„Wenn dieses Virus in ein Pflegeheim mit sehr alten, sehr kranken Menschen kommt, dann gibt es Tote, ja“, so Püschel. Er merkte zugleich an, selbst dort überlebten die meisten. „Mich stört: Nur die schlimme Seite wird erzählt, nicht, wie es gut ausgehen kann“, betonte der 68-Jährige. Seiner Meinung nach wäre es zweckmäßig, die Pandemie einfach einzuordnen unter die vielen Gefahren und Krankheiten, die es auf der Welt und im Leben gebe.

sputniknews


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