Studie: Wie Corona unser Freizeitverhalten verändert hat

  20 September 2021    Gelesen: 1180
  Studie:   Wie Corona unser Freizeitverhalten verändert hat

Die Corona-Krise hat den Alltag verändert. Auch die Gestaltung der Freizeit. Sie ist privater geworden. Streamen von Filmen hat deutlich zugenommen, und es wird viel gewerkelt.

Ins Kino oder mit Freunden essen gehen, Partys feiern, Sport im Verein oder Fitnessstudio oder mal ein Städtetrip am Wochenende - was lange Zeit für viele selbstverständlich war, hat die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Lockdown, Kontaktbeschränkungen, strenge Abstandsregeln - das hat unser Verhalten beeinflusst.

Welchen Aktivitäten die Menschen in Deutschland in Corona-Zeiten besonders nachgehen, zeigt der aktuelle Freizeit-Monitor. In der Studie befragt das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen repräsentativ mehr als 2.000 Menschen zwischen 18 und 74 Jahren zu ihrem Freizeitverhalten.

Mehr Zeit für die Familie

Insgesamt habe die Pandemie das soziale Miteinander und die Aktivitäten in der Familie intensiviert, heißt es in der Studie. Gesellschafts- oder Kartenspiele werden demnach wieder häufiger ausgepackt, auch Tagesausflüge haben zugenommen.

Unter den Top Five der Corona-typischen Freizeitaktivitäten waren laut Studie das Streamen von Filmen oder Serien und aufgeschobene Dinge erledigen.

Streaming:  Was schon vor Corona vor allem bei den jüngeren Menschen gang und gäbe war, ist jetzt in weiten Teilen der Bevölkerung üblich. 58 Prozent (2019: 39 Prozent) gaben an, mindestens einmal im Monat Netflix und Co. zu nutzen. Fast jeder zweite (44 Prozent) streamt inzwischen einmal pro Woche oder öfter Filme und Serien - 2019 waren es 23 Prozent.

Lästige Aufgaben erledigen:  Etwa die Hälfte der Befragten (50 Prozent) nahm Aufgaben in Angriff, die schon lange mit drei Ausrufezeichen auf der To-Do-Liste standen - wie etwa die Steuererklärung oder Papierberge sortieren. Oder sie nutzten die Corona-Einschränkungen, um den Wollmäusen unter Betten und Schränken den Garaus zu machen. Auch das leidige Thema Ausmisten packten viele an - Ebay-Kleinanzeigen und vergleichbare Portale meldeten kräftige Zuwachsraten. Noch nie stand vor Häusern so viel Hausrat zum Verschenken wie in den vergangenen Monaten.

Sport daheim:  Corona legte die Vereine lahm, Fitnessstudios waren lange dicht. Zwei von fünf Befragten (41 Prozent) gaben an, zu Hause Sport zu machen - etwa Gymnastik vor dem Fernseher oder Pilates mit der virtuellen Trainerin.

Skype und Co.:  Was in der Arbeitswelt in Corona-Zeiten für viele zum neuen Alltag geworden ist - kommunizieren via Teams, Zoom, Skype und andere Programme - wird auch privat stark genutzt. Zwei von fünf Bürgern (41 Prozent) pflegten auf diese Weise Kontakt zu Freunden und Familie.

Heimwerken:  Viele haben zu Hause gewerkelt, endlich die Küche gestrichen oder einen neuen Boden im Flur verlegt. Jeder vierte Befragte gab an, das eigene Heim aufgehübscht zu haben (25 Prozent). Auf neue Do-it-yourself-Projekte haben sich noch mehr gestürzt (39 Prozent).

Alte Hobbys, neue Künste

Corona macht kreativ, das zeigt die Umfrage ebenfalls: Fast jeder Vierte (24 Prozent) hat die Corona-Zeit dazu genutzt, um alte Hobbys wieder aufleben zu lassen, fast ebenso viele (23 Prozent) haben versucht, etwas Neues zu lernen, etwa eine Sprache oder eine Sportart.

Damit die Kultur in Corona-Zeiten nicht komplett baden geht, versuchten viele Theater, Konzertveranstalter, Museen und Künstler die Menschen virtuell zu erreichen. Fast jeder zehnte Bürger (neun Prozent) nutzte solche Angebote regelmäßig. Und: Autokinos erlebten eine ungeahnte Renaissance - einer von 20 Befragten (fünf Prozent) gab an, mindestens einmal im Monat ein Autokino oder ein Autokonzert besucht zu haben.

 


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