Moskau fordert Auslieferung von ukrainischem Geheimdienstchef

  01 April 2024    Gelesen: 600
  Moskau fordert Auslieferung von ukrainischem Geheimdienstchef

Obwohl die Terrororganisation Islamischer Staat den Anschlag auf die Konzerthalle am Stadtrand von Moskau für sich reklamiert, bleibt Russland bei seiner Version, die Ukraine sei dafür verantwortlich. Besonders im Fokus steht der ukrainische Geheimdienstchef Maljuk.

Russland hat von der Ukraine die Auslieferung des ukrainischen Geheimdienstchefs und anderer Menschen gefordert, die laut Moskau in "terroristische Angriffe" auf russischem Territorium verwickelt gewesen sein sollen. Das Außenministerium wiederholte in einer Mitteilung vom Sonntag die Behauptung, dass es bei dem Anschlag auf eine Konzerthalle am Stadtrand von Moskau eine Verbindung zur Ukraine gebe.

Zudem warf Russland der Ukraine vor, hinter einer Reihe von Anschlägen und Attentaten auf seinem Staatsgebiet zu stecken. Mit Verweis auf zwei internationale Anti-Terror-Konventionen erklärte das Ministerium, es habe die Ukraine aufgefordert, eine Reihe von Leuten "sofort festzunehmen und auszuliefern", darunter den Chef des Geheimdienstes SBU, Wassil Maljuk.

Der SBU bezeichnete die Forderungen Moskaus als "wertlos". "Erklärungen zum Terrorismus sind besonders zynisch, wenn sie von einem terroristischen Land kommen", erklärte der Geheimdienst. Russland behauptet, dass Kiew mit dem Angriff auf die Konzerthalle in Verbindung steht, obwohl die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert hat.

Keine diplomatischen Beziehungen

Das russische Außenministerium erklärte, Maljuk habe zugegeben, "die Bombardierung der Krim-Brücke im Oktober 2022 organisiert" zu haben, und "Details der Organisation anderer Terrorattacken in Russland enthüllt". Die Krim war 2014 von Russland annektiert worden, wird international jedoch als Teil der Ukraine anerkannt.

"Die russische Seite verlangt, dass das Regime in Kiew umgehend jede Unterstützung terroristischer Aktivitäten beendet, diese Verantwortlichen ausliefert und die Opfer entschädigt", erklärte das Ministerium weiter. Es war unklar, auf welchem Wege Russland der Ukraine seine Forderungen übermittelte, da Kiew seine diplomatischen Verbindungen mit Moskau kurz nach dem militärischen Angriff im Februar 2022 abbrach.

Quelle: ntv.de, sba/AFP


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