Israel greift Viertel von Gaza-Stadt an

  09 Juli 2024    Gelesen: 485
  Israel greift Viertel von Gaza-Stadt an

Gaza-Stadt ist erneut ins Visier der israelischen Armee gerückt. Im ausgebombten Hauptquartier des Flüchtlingshilfwerks UNRWA sollen sich erneut Islamisten verschanzt haben. Die Hamas droht mit einem Abbruch der Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln.

Das israelische Militär ist nach eigenen Angaben weiter im Süden und Westen der Stadt Gaza vorgerückt. Die israelischen Truppen erreichten die Zentrale des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA. Das ist wegen des Kriegs nicht in Betrieb. Die Streitkräfte hätten in dem Areal Anti-Terror-Operationen eingeleitet, teilte die Armee mit. Zivilisten habe die Armee vor Beginn des Einsatzes zum Verlassen des Gebiets aufgefordert. Das Armee-Radio berichtete von Kämpfen mit Bewaffneten der Hamas. Nach palästinensischen Krankenhausangaben wurden mindestens 15 Menschen getötet. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, weil die Rettungskräfte wegen der Kämpfe viele Wohngebiete nicht erreichen können. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die islamistische Hamas sieht wegen der Kämpfe den indirekten Verhandlungsprozess über eine Waffenruhe und über Austausch von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge gefährdet. In einer Erklärung der Hamas hieß es, dass der Auslandschefs der Organisation, Ismail Hanija, die katarischen und ägyptischen Vermittler warne, dass das Vorgehen der israelischen Truppen in der Stadt Gaza dazu führen könnte, dass die derzeit laufenden Verhandlungen scheitern würden.

Das israelische Militär war im Laufe des Gaza-Kriegs schon mehrfach in der Metropole im nördlichen Abschnitt des abgeriegelten Küstengebiets vorgegangen. Bewohner der betroffenen Viertel zeigten sich dennoch von dem nächtlichen Vorstoß schockiert. Nach Angaben eines dpa-Korrespondenten sprachen sie von einer "Nacht des Terrors".

Angriffe auf Ziele in Nuseirat und Libanon

In der Nacht teilte die israelische Armee mit, sie habe im Raum Nuseirat im mittleren Gazastreifen mehrere in einem Schulgebäude verschanzte Terroristen aus der Luft angegriffen. Die Gruppe aus Kämpfern der islamistischen Hamas und des Islamischen Dschihad (PIJ) sei mit Präzisionsmunition beschossen worden, um zivile Opfer zu vermeiden. Weitere Details wurden nicht genannt. Die israelische Armee wies einmal mehr darauf hin, dass die beiden Terrororganisationen "systematisch gegen das Völkerrecht" verstießen, "indem sie zivile Einrichtungen und die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde für Terroranschläge gegen den Staat Israel missbrauchen", hieß es.

Im Südlibanon tötete das israelische Militär mit einem gezielten Luftschlag einen Kämpfer der Schiiten-Miliz Hisbollah. Der Mann sei von einer Drohne getroffen worden, als er im Bezirk Tyros mit einem Motorrad unterwegs gewesen sei, teilte die Hisbollah mit. Die israelische Armee bestätigte die gezielte Tötung. Bei dem Angegriffenen habe es sich um einen Kader der Raketen-Einheit der Hisbollah gehandelt, der an zahlreichen Angriffen auf Israel beteiligt gewesen sein soll.

Auslöser des Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie andere extremistische Palästinenserorganisationen am 7. Oktober des Vorjahres im Süden Israels verübt hatten. Die Hisbollah beschießt seitdem den Norden Israels mit Raketen und anderen Geschossen - "aus Solidarität" mit der Hamas, wie sie vorgibt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa


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