Erneut Krankenhaus in Aleppo beschossen
Bei Angriffen im nordsyrischen Aleppo haben Rebellen nach Angaben des Regimes ein Krankenhaus getroffen und dabei mindestens drei Frauen getötet. 17 Frauen und Kinder seien durch den Raketenbeschuss auf die Klinik verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die syrische Armee machte unter anderem den Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Fornt für den Angriff verantwortlich.
Das Krankenhaus liegt im Stadtteil Muhafasa, der unter der Kontrolle der Regierung steht. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bei dem Beschuss seien Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden. Das Krankenhaus wurde demnach stark beschädigt.
In vielen Stadtvierteln sterben Bürger
Bei weiteren Rebellenangriffen auf Stadtviertel unter Regierungskontrolle seien mindestens elf Menschen getötet worden. Die amtliche Agentur Sana sprach sogar von bis zu 20 Toten. Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben bislang nicht überprüfen. Zugleich berichtet die Nachrichtenagentur AFP von Luftangriffen auf Bezirke, die in der Hand von Rebellen sind.
In den vergangenen Wochen wurden in Aleppo mehrfach Krankenhäuser zum Ziel von Angriffen. Dabei starben zahlreiche Menschen. Die schwer umkämpfte Stadt wird teilweise von Regierungseinheiten, teilweise von Rebellen kontrolliert. Auf internationaler Ebene laufen Bemühungen, lokal begrenzte Feuerpausen auf Aleppo
De Mistura verhandelt weiter
Vor dem Hintergrund der erneut eskalierenden Gewalt nahm der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, Gespräche mit der russischen Regierung in Moskau auf. Die Konfliktparteien müssten die Waffen wieder schweigen lassen, sagte der Diplomat zum Auftakt eines Treffens mit Außenminister Sergej Lawrow.
Gestern hatte US-Außenminister John Kerry Gespräche in Genf geführt, um das endgültige Scheitern der Waffenruhe zu verhindern. Anschließend vertrat er die Ansicht, es gebe Fortschritte hin zu einer möglichen Verminderung der Gewalt besonders in Aleppo. Es seien noch 24 bis 48 Stunden harte Arbeit nötig.