Altmaier kritisiert Schäuble

  06 Dezember 2018    Gelesen: 472
Altmaier kritisiert Schäuble

Seit Wolfgang Schäuble der CDU empfahl, Friedrich Merz zum Vorsitzenden zu wählen, regt sich Unmut auf der Gegenseite. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier positioniert sich nun - und zeigt sich irritiert über Schäubles "Dammbruch".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wegen seiner Wahlempfehlung für den Kandidaten Friedrich Merz kritisiert.

Der Vorstoß von Schäuble habe ihn überrascht und gewundert, damit sei der "Damm gebrochen", sagte Altmaier der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe).

Er persönlich habe seine Präferenz für Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer aus Respekt vor den Delegierten bislang nicht öffentlich geäußert, sagte Altmaier. "Da Wolfgang Schäuble nun den Damm gebrochen hat, kann ich sagen: Ich bin überzeugt, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer die beste Chance haben, die CDU zu einen und Wahlen zu gewinnen. Das hat sie mehrfach unter schwierigen Bedingungen im Saarland als Innenministerin und Ministerpräsidentin bewiesen."

Merz würde zwar "sicherlich der FDP viele Stimmen abjagen", sagte Altmaier. Die CDU müsse aber in der Mitte verankert bleiben.

Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach sich für Kramp-Karrenbauer aus und kündigte an, beim Bundesparteitag für die Generalsekretärin zu stimmen. "Ich werde in Hamburg Annegret Kramp-Karrenbauer wählen, weil ich möchte, dass die CDU eine Volkspartei bleibt mit Chancen auf Wahlergebnisse in Richtung 40 Prozent", sagte Reul der "Rheinischen Post".

Der Parlamentarische Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Norbert Barthle (CDU), legte derweil Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Verzicht auf die Kandidatur für den CDU-Vorsitz nahe. "Würde er mich persönlich um Rat fragen, würde ich ihm sagen, dass es klug wäre, nicht anzutreten", sagte Barthle der "Rheinischen Post". Es sei erkennbar, dass Spahn nicht gegen Kramp-Karrenbauer oder Merz gewinnen könne.

Die CDU wird bei ihrem am Freitag beginnenden Parteitag in Hamburg die oder den Nachfolger von Parteichefin Angela Merkel an der Parteispitze wählen. Die Bundeskanzlerin hatte angekündigt, den Parteivorsitz nach mehr als 18 Jahren abzugeben.

spiegel


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