Experte: Russland und China würden jeden Preis für vermisste F-35 zahlen

  15 April 2019    Gelesen: 679
    Experte:   Russland und China würden jeden Preis für vermisste F-35 zahlen

Tokio und Washington haben zur Suchoperation nach dem verschwundenen japanischen F-35-Fighter beispiellos große Ressourcen mobilisiert. Am vermutlichen Unfallort sind Kriegsschiffe und Luftfahrzeuge im Einsatz.

So sind ein US-amerikanisches Patrouillen- und U-Boot-Jagdflugzeug R-8A und der mit dem Aegis-System ausgerüstete Zerstörer „USS Stethem“ in das Unfallgebiet geschickt worden. Ihre Aufgabe besteht darin, U-Boote des potenziellen Gegners zu ermitteln. Nach einigen Angaben ist auch ein B-52-Bomber vom Stützpunkt Guam gestartet. Bei den Sucharbeiten sind außerdem militärische Aufklärungsflugzeuge U-2 im Einsatz.

Nach Expertenschätzungen könnte der Absturz des Flugzeuges ein ernsthaftes Problem für Washington bedeuten, wenn das Triebwerk und die wichtigsten Bauteile des Superfliegers in die Hände von Russland oder China gelangen sollten. Der Verlust der technologischen Geheimnisse könne das Gleichgewicht in der Luft stören, schreibt die japanische Zeitung „Nikkei Shimbun“.

Laut dem Generalleutnant der US-Luftwaffe a. D. David Deptula würden Russland und China vieles tun, um die Geheimnisse der F-35A in die Hand zu bekommen. Der britische Experte Tom Moore stimmte mit ihm überein. „In dieser Welt gibt es keinen zu hohen Preis für China und Russland, den sie nicht zu zahlen bereit wären, um das verschollene japanische Jagdflugzeug F-35A zu bekommen“, schrieb er auf seiner Twitter-Seite.

Der Luftfahrtexperte Justin Bronk vom britischen Royal United Service Institute sagte gegenüber dem Nachrichtenportal „Business Insider“: „Sollte Russland oder China das Wrack bergen, würde ihr Nutzen stark davon abhängen, wie stark die Maschine beschädigt ist.“ Von besonderem Wert für russische und chinesische Entwickler könnten nach Bronks Meinung Radarteile und Sensoren sein.

Die USA haben im Laufe von vielen Jahren Milliarden in die Entwicklung der F-35A investiert. In Zukunft soll dieses Flugzeugmodell neben den USA auch in Australien, Großbritannien, Israel und Japan vielfach eingesetzt werden. Es wird erwartet, dass mit der Zeit auch weitere westliche Staaten, darunter Kanada, Dänemark, die Niederlande und Norwegen, Flugzeuge dieses Typs in die Bewaffnung aufnehmen werden. Aus diesem Grund sind beliebige Datenschutzverletzungen in Bezug auf die F-35A unzulässig.

Es wird allerdings vermutet, dass geheim gehaltene US-amerikanische Know-hows bereits in die Hände der Chinesen geraten seien, die sie durch Einbruch in Computersysteme gekriegt hätten. Doch der Diebstahl von Informationen bei einem Netzhack kann sich nicht mit dem Schaden messen, wenn der Gegner Wrackteile eines Flugzeuges in seinen Besitz bekommt. Die von Hackern erbeuteten Daten können sich schließlich als ungenau erweisen, denn Washington veröffentlicht mitunter absichtlich falsche Informationen im Cyberraum, um die Rivalen in die Irre zu führen.

Eine F-35A der japanischen Selbstverteidigungskräfte war am Dienstag in den Pazifik abgestürzt. Der Unfall erfolgte während eines Übungsfluges, 28 Minuten nach dem Start in einer Entfernung von 135 Kilometern von Japans Küste. Die Maschine stürzte in der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans ab, wo Russland und China keine Such- und Bergungsoperationen ohne Genehmigung Tokios durchführen dürfen.

 

Sputnik

 


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