Eine Welt aus Espenlaub? Die Erschütterungen der angelsächsischen Machtspiele

  11 Juli 2019    Gelesen: 249
Eine Welt aus Espenlaub? Die Erschütterungen der angelsächsischen Machtspiele

Da steht man rum und kriegt das große Zittern. So geht es den Leuten, wenn sie sich bei klarem Verstand die Politik der eigenen Regierung oder des Zwangsverbandes, genannt Nato, derzeit und schon seit längerem sich ansehen. Niemanden würde es wundern, wenn man morgens aus dem Radio erfahren würde, dass man sich im Krieg befindet.

Es kommt nicht so sehr darauf an, dass dabei auch ein spezielles gegnerisches Land genannt werden sollte. Bei der Nato wird man schnell zum Feind, weil sich das nicht nach objektiven Kriterien handelt sondern auf die Interessenlage der angelsächsischen Kriegsmafia abgestimmt wird. Aber auch da hängt der Haussegen schief. 

In diesen Tagen reibt sich jeder verwundert die Augen, wenn er die Nachrichten aus Washington über die „öffentliche Hinrichtung“ des britischen Botschafters zur Kenntnis nimmt. Es ist nicht schwer, sich den Botschafter eines Landes vorzustellen, der derart durch den Kakao gezogen wird. Sein Heimatland könnte aus einer der vier Himmelrichtungen stammen. Aber der Tatsache, dass kurz nach dem eigentlich recht ordentlich absolvierten Staatsbesuch von US-Präsident Trump in Großbritannien der Botschafter „ihrer special relationship“ (zu Deutsch: Besondere Beziehung) mit durchgestochenen Dokumenten desavouiert werden kann, ist ungeheuerlich. Offensichtlich will da jemand mit Brachialgewalt die „relationsship“, die spezielle, in der Luft auseinandernehmen. Der Vorgang erinnert an die Bemühung Londons, die europäische Nachbarschaft über den Brexit zu kippen. Brexit muss als Versuch gewertet werden, britische koloniale Macht zu einem Zeitpunkt jeder europäischen Kooperation zu entziehen, wo amerikanische Macht global in einem beginnenden Sinkflug sich zu befinden scheint. London will global Washington beerben, weil das Commonwealth reaktiviert werden soll, nachdem gerade dieses Commonwealth der steigenden globalen Macht der USA in der Vergangenheit zum Opfer gefallen war. 

Darauf deutet auch die bevorstehende Wahl von Herrn Boris Johnson zum nächsten britischen Premierminister hin. Eigentlich muss man sich fragen, was in einem Land los ist, wenn ein politisches Irrlicht in eine derart wichtige Position gehievt werden soll? Auf der anderen Seite bestehen bei den Betrachtern der britischen Szene Zweifel daran, was und wer in Großbritannien in wenigen Tagen gewählt werden soll? Beim Nachfolger von Frau May ist lange nicht ausgemacht, ob er britischer Premierminister oder Statthalter von Herrn Donald Trump in London sein sollte. Die Art und Weise, wie Herr Boris Johnson den britischen Botschafter in Washington versenkt hat, lässt den Rest der Welt staunen und befürchten, dass nicht nur das britische Gesundheitssystem auf der Strecke bleibt, wenn die USA über ein Freihandelsabkommen in Großbritannien demnächst einmarschieren. Da ist es unerheblich, dass die Unterstützer von Herrn Boris Johnson den Bildern britischer Weltherrschaft anhängen. Der Trump-Besuch in London hat ohnehin deutlich gemacht, worum es diesen Kräften im Kern geht. Das Spionage-Abkommen der „five eyes only“ ist der Kernbereich der angelsächsischen Globalkontrolle und da will London unter allen Umständen eingeklinkt bleiben, auch bei dem neuen Motto von „America first“. 

Es ist ein Machtpoker im Globalmaßstab, der uns erzittern lässt und dem einen oder anderen kann man sogar ansehen, dass einem die Nerven durchgehen. Wie soll es auch anders sein? Was hält die USA bei diesem oder jenen Land eigentlich davon ab, den Krieg zu beginnen? Will man zum Völkerrecht zurückkehren oder ist es die Einlösung des Trump-Wahlversprechens an die amerikanische Bevölkerung, mit den Zinksärgen aufzuhören? Oder ist es die pure Einsicht im Weißen Haus, dass in diesem nächsten Krieg es um die USA selbst gehen wird, wenn ein amerikanisches Kalkül – von wem auch immer – nicht aufgeht. Da liegt dann Verantwortung für den Globus auf ziemlich vielen Schultern, wie das Schicksal des britischen Botschafters in Washington deutlich gemacht hat.

sputniknews


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