Frankreich bittet Russland um Übergabe der Gebeine von Napoleons Lieblingsgeneral

  16 Dezember 2019    Gelesen: 664
Frankreich bittet Russland um Übergabe der Gebeine von Napoleons Lieblingsgeneral

Der Élysée-Palast hat Russland um die Übergabe der Gebeine von General Gudin gebeten, die im Sommer unweit der russischen Stadt Smolensk freigelegt worden sind. Das berichtet das französische Wochenmagazin Le Point.

„Präsident Emmanuel Macron hat tatsächlich darum gebeten, Schritte zur Rückgabe der Überreste von General Gudin einzuleiten. Eine Zeremonie mit der Teilnahme von Wladimir Putin ist geplant“, hieß es aus dem Élysée-Palast.

Nach verschieden Angaben soll im Pariser Hôtel des Invalides eine feierliche Zeremonie zum Gedenken an den General abgehalten werden, mit anschließender Beisetzung der Gebeine. An der Zeremonie soll auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen.

Das Wochenmagazin betonte, die Rückgabe der Gebeine sei mit Putins Ankunft beim Pariser Gipfeltreffen in Bewegung gekommen. Dort habe sein französischer Amtskollege das Anliegen geäußert.

Moskau hatte sich Anfang November bereit erklärt, die Überreste an Frankreich zu übergeben, sollte die französische Seite ihr Interesse bekunden.

Der Gebäudekomplex Hôtel des Invalides wurde im Auftrag von König Ludwig XIV. in den Jahren von 1670 bis 1676 errichtet und diente zunächst als Heim für Kriegsversehrte. Heute beherbergt er mehrere Museen, darunter das bedeutende Musée de l’Armée sowie der Invalidendom, in dem sich unter anderem die Grabstätte von Kaiser Napoleon I. befindet.

Historischer Fund

Ein französisch-russisches Team von Archäologen legte im Sommer in einem Stadtpark von Smolensk ein Grab frei, in dem die Gebeine eines Mannes lagen. Eine DNA-Untersuchung ergab, dass es sich dabei um die Überreste des Generals Charles Étienne Gudin de La Sablonnière handelte. Gudin soll Napoleons Lieblingsgeneral gewesen sein.

Der genaue Standort des Grabes hatte Historiker zwei Jahrhunderte lang beschäftigt. Historischen Aufzeichnungen zufolge soll er am Rand des Schlachtfelds nahe der westrussischen Stadt Smolensk bestattet worden sein.

Charles Étienne Gudin de La Sablonnière war einer der Generäle, die 1812 an der Seite von Marschall Michel Ney am Russlandfeldzug der „Grande Armée“ teilnahmen. Die Franzosen verloren an die 90 Prozent ihrer Männer. Auch der damals 44-jährige Infanteriegeneral Gudin fiel in der Schlacht.

mka/gs


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