Fehlalarm schreckt Anwohner von Atomkraftwerk auf

  13 Januar 2020    Gelesen: 565
Fehlalarm schreckt Anwohner von Atomkraftwerk auf

Millionen Menschen in der kanadischen Provinz Ontario bekamen eine Warnmeldung: Es habe einen "Vorfall" im Atomkraftwerk Pickering gegeben. Erst rund 40 Minuten später kam die Entwarnung.

Ein Fehlalarm hat die Anwohner eines Atomkraftwerks in Kanada in Schrecken versetzt. Am Sonntagmorgen erhielten Millionen Menschen in der Provinz Ontario eine Warnmeldung über einen "Vorfall" im Atomkraftwerk Pickering nahe der Millionenstadt Toronto. In der Meldung hieß es, es sei keine Radioaktivität freigesetzt worden, Schutzmaßnahmen seien nicht notwendig.

Rund 40 Minuten später gab die Betreiberfirma Entwarnung. Es habe sich um einen "Fehler" gehandelt. Für die Bevölkerung oder die Umwelt bestehe keine Gefahr.

Die Provinzregierung von Ontario entschuldigte sich für die Panne und leitete eine Untersuchung ein. Die Warnmeldung wurde demnach versehentlich bei einer Notfallübung verschickt. Zudem sollte die Warnung eigentlich nur an die Bewohner im Umkreis von zehn Kilometern um das Atomkraftwerk gehen. Stattdessen wurde sie an alle Bewohner von Ontario verschickt.

Der Bürgermeister von Pickering, Dave Ryan, forderte eine umfassende Untersuchung. Die Warnmeldung habe auch ihn "beunruhigt", schrieb Ryan bei Twitter. Obwohl er "erleichtert" über das Ausbleiben eines Katastrophenfalls sei, sei er doch "verärgert, dass so ein Fehler passieren konnte". Auch Torontos Bürgermeister John Tory forderte Ermittlungen. Die versehentliche Warnmeldung habe die Anwohner des Atomkraftwerks "unnötig aufgeschreckt".

Das Atomkraftwerk Pickering liegt rund 50 Kilometer östlich von Toronto, ging 1971 ans Netz und ist eine der größten Atomanlagen der Welt. Toronto ist mit drei Millionen Einwohnern die größte Stadt Kanadas.

spiegel


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