Preise in Großbritannien zu Jahresbeginn auf dem Vormarsch

  19 Februar 2020    Gelesen: 244
Preise in Großbritannien zu Jahresbeginn auf dem Vormarsch

London (Reuters) - In Großbritannien haben die Preise kurz vor dem Brexit unerwartet kräftig angezogen.

Die Inflationsrate stieg im Januar auf 1,8 Prozent zum Vorjahr von 1,3 Prozent im Dezember, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit sechs Monaten. Experten hatten nur mit einer Rate von 1,6 Prozent gerechnet. “Der Anstieg ist weitgehend höheren Preisen an der Zapfsäule geschuldet. Außerdem sind die Flugpreise um weniger als vor Jahresfrist gefallen”, erläuterte ein Statistiker.

Nun ist die Inflation nicht mehr weit vom Ziel der Notenbank von 2,0 Prozent entfernt. Diese rechnet allerdings damit, dass der Preisauftrieb gedämpft bleibt und dieses Jahr wohl unter der Zielmarke der Bank of England verharren wird. Ende Januar hat Großbritannien die EU nach langer Hängepartie verlassen. Kurz vor dem Brexit hatte die Notenbank den Leitzins von 0,75 Prozent nicht angetastet. Sie verwies auf ein Anziehen der Konjunktur seit den Wahlen im Dezember, die eine stabile Mehrheit für den konservativen Premierminister Boris Johnson gebracht und damit einem ungeregelten EU-Abschied vorerst abgewendet hatte. Ein harter Brexit ist jedoch noch nicht vom Tisch: Falls Großbritannien und die EU bis Ende des Jahres ihre künftigen Beziehungen nicht geklärt haben, könnte das Szenario mit womöglich gravierenden Folgen für die Wirtschaft doch noch eintreten.


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