Polizei warnt eindringlich vor Yves Rausch

  14 Juli 2020    Gelesen: 514
Polizei warnt eindringlich vor Yves Rausch

Der schwer bewaffnete Yves Rausch ist weiter auf der Flucht. Die Polizei sucht den 31-Jährigen aus Oppenau weiter mit einem Großaufgebot und erneuert eindringlich ihre Warnung. Derweil werden immerhin mehr Details über das groteske Leben des Flüchtigen bekannt.

Die Suche nach Yves Rausch geht weiter. Auch am Dienstagmorgen ist der 31-Jährige aus Oppenau noch immer auf der Flucht. Er gilt als schwer bewaffnet. Neben Pfeil und Bogen und einer eigenen Schusswaffe ist er mutmaßlich auch noch im Besitz von vier Dienstwaffen der Polizei. Diese hatte er den Beamten am Sonntag abgenommen, als die ihn nach einem Hinweis kontrollieren wollten. Seither ist Rausch nicht mehr auffindbar. Die Polizei setzt bei der Jagd nach dem Flüchtigen auch Spezialkräfte, Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchhunde ein - bislang erfolglos.

Die Polizei mahnte die Menschen in Oppenau und Umgebung bereits mehrfach zu äußerster Vorsicht. Die Bürger sollten sich möglichst zu Hause aufhalten. Verschiebbare Tätigkeiten im Freien sollten wenn möglich unterlassen werden. "Meiden Sie Waldgebiete im Bereich Oppenau!", hieß es. Zudem sei mit Beeinträchtigungen im Personen- und Fahrzeugverkehr zu rechnen. "Nehmen Sie keine Anhalter im Bereich Oppenau mit und melden Sie verdächtige Wahrnehmungen dem Polizeinotruf 110!"

Der Sprecher erklärt auch, wie es zu der Entwaffnung von gleich vier Beamten kommen konnte: "Diese Kontrolle verlief auch völlig ohne Probleme zu Beginn", sagte der Polizeisprecher RTL/ntv. Er sei sehr kooperativ gewesen und habe dann die Beamten schlichtweg überrumpelt. "Er hat völlig unvermittelt eine scharfe Schusswaffe mit gezogenem Hahn gezückt und die Beamten in den Lauf blicken lassen, hat sie parallel dazu auch massiv verbal bedroht und dabei aufgefordert ihre Dienstwaffen vorsichtig abzulegen."

Die Polizei geht davon aus, dass er sich in den Wäldern rund um die Stadt sehr gut auskennt und sicher bewegt. Er soll sich bereits seit Wochen Unterschlupf im Wald gesucht haben. Zuletzt hatte er offenbar in einer kleinen Hütte gehaust. Der Gesuchte ist offenbar auch schon mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll er auch Kinderpornos besessen haben. Außerdem soll sich ein Totschlag-Delikt in seinem Strafregister befinden, so hatte er offenbar 2010 mit einer Armbrust auf seine Ex-Freundin geschossen und sie schwer verletzt.

Bereits gestern war bekannt geworden, dass der 31-Jährige in seiner letzten Wohnung, die er wegen ausstehender Mietzahlungen verlassen musste, Waffen hortete und sogar einen kleinen Schießstand betrieben haben soll. Eine Ermittlungsrichterin hat derweil einen Untersuchungshaftbefehl unter anderem wegen des dringenden Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung erlassen. Heute, um 14 Uhr, klären Polizei und Staatsanwaltschaft über die aktuelle Situation auf.

Quelle: ntv.de, tno


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