Hamilton hat endlich Druck, Vettel nullt erneut

  03 Mai 2021    Gelesen: 436
  Hamilton hat endlich Druck, Vettel nullt erneut

Jahrelang dominiert Lewis Hamilton die Formel 1 nach Belieben. Auch beim Großen Preis von Portugal gewinnt der Mercedes-Pilot - doch in dieser Formel-1-Saison muss er sich eines harten Konkurrenten erwehren. Weiter hinten im Feld ist es ebenfalls spannend. Und erfolgreich für Mick Schumacher.

Die Formel 1 hat ein neues ewiges Duell

Die beiden obersten Stufen auf dem Siegertreppchen sind derzeit fest an Lewis Hamilton und Max Verstappen vergeben. Der Titelverteidiger holte in Portugal seinen zweiten Saisonsieg, wurde einmal Zweiter. Bei Verstappen war es umgekehrt. "Es ist wirklich eng, ein wirklich toller Kampf zwischen Mercedes und Red Bull", stellte Hamilton fest. Diesmal war es keine dieser Spazierfahrten, von denen Hamilton schon unzählige in seiner langen und exorbitant erfolgreichen Karriere hatte. In Portimao aber sahen der Weltmeister und sein Mercedes im Vergleich zum Kontrahenten Red Bull erstmals stärker aus. Hamiltons 97. Sieg wackelte allenfalls, als er in der fünften Runde nach dem Restart von Verstappen überrumpelt wurde. Über die Gesamtdistanz war der Champion aber die Nummer eins.

"Ich wünschte, es wäre noch enger", sagte denn auch Verstappen. "Die Saison ist lang, wir können uns keine Ausfälle oder dummen Fehler leisten." Acht Punkte trennen die beiden WM-Führenden, nach Jahren der Dominanz von Hamilton im Mercedes entwickelt sich ein faszinierendes Duell der Generationen zwischen dem 36 Jahre alten Dauer-Champion und seinem 23 Jahre alten Herausforderer. Beim einst wilden Holländer hat sich etwas getan im Kopf, seit er ein titelfähiges Rennauto hat. Früher riskierte der immer noch erst 23-Jährige manchmal zu viel. Sieg oder raus, so lautete oft sein Motto. In diesem Jahr tickt der Red-Bull-Star anders. Immer wieder merkt er an, dass jeder Fehler einer zu viel sein könne.

Vettel hängt im Klage-Modus fest

Nach zwei pannenreichen Auftaktrennen hatte sich Vettel endlich ein sauberes Wochenende gewünscht, um das wahre Leistungsvermögen seines neuen Dienstwagens ergründen zu können. Die Erkenntnis war bitter: Vom ermutigenden Startplatz zehn fiel der Hesse in seinem launischen Aston Martin ziemlich wehrlos auf Rang 13 zurück. In diesem Zustand dürften selbst Punkte bis auf Weiteres eine Seltenheit bleiben für einen der erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte. Nach drei Rennen hat er exakt: null. In Portugal zumindest hielt das Auto, auch der Heppenheimer machte keine nennenswerten Fehler. Doch dem AMR21 fehlt der Speed auf der Geraden und die Ruhe in den Kurven. "Extrem schwer" sei das Auto zu fahren, klagte der 33-Jährige. Die Hoffnung auf Besserung ist eher gering. In Spanien gibt es zwar neue Bauteile, aber Vettel klang wenig zuversichtlich: "In Barcelona wird ein Schritt kommen. Die Frage ist, wie groß er sein wird im Vergleich zu anderen."

Schumacher gelingt Prestige-Erfolg

Neuling Schumacher macht seinem Haas-Team bisher viel Freude. Fleißig, wissbegierig und bescheiden arbeitet der 22-Jährige an einer steilen Lernkurve. Auch im dritten Formel-1-Rennen brachte er sein Auto ins Ziel, blieb diesmal sogar fehlerlos und zeigte sogar noch ein ziemlich erwachsenes Überholmanöver gegen Williams-Pilot Nicholas Latifi. Platz 17 war eine ziemlich ordentliche Ausbeute, zumal er mit Latifi einen Piloten hinter sich ließ, der im vermeintlich stärkeren Auto sitzt. Doch natürlich will Michael Schumachers Sohn noch viel mehr. Auch George Russell im zweiten Williams wähnte er in Reichweite, hätte er nur besser überholen können. "Aber hätte, hätte, Fahrradkette", sagte Schumacher - und lenkte seinen Ehrgeiz aufs nächste Rennen. Für seinen Haas-Teamkollegen Nikita Masepin wird Schumachers klare Überlegenheit allerdings bereits zunehmend zum Problem.

Gute-Laune-Typ mit Maximal-Erfolgen

Nicht Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, auch nicht Verstappens hoch eingeschätzter neuer Teamkollege Sergio Perez belegt nach dem Großen Preis von Portugal den dritten Rang in der Fahrer-WM, sondern McLaren-Pilot Lando Norris. Der erst 21-jährige Brite stand lange im Ruf, ein Gute-Laune-Typ mit einigem Talent zu sein. Mittlerweile muss man den Fokus auf seine fahrerischen Fähigkeiten verlegen. Norris holte in allen drei Rennen das Maximum, diesmal Platz fünf. Es wäre interessant zu erfahren, wie er sich in einem Mercedes oder Red Bull schlagen würde. Um seine Leistungen einzuordnen: Norris' neuer Teamkollege ist der siebenmalige Grand-Prix-Sieger Daniel Ricciardo, der bei Red Bull in drei gemeinsamen Jahren nahezu ebenbürtig mit Verstappen war. Nach Rennduellen steht es im Moment 3:0 für Norris.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid


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