Asteroid 2024 YR4 könnte den Mond treffen

  04 April 2025    Gelesen: 63
  Asteroid 2024 YR4 könnte den Mond treffen

Laut Berechnungen der Nasa könnte Asteroid 2024 YR4 in knapp acht Jahren auf dem Mond einschlagen. Das Risiko wird aktuell mit fast vier Prozent angegeben. Die dabei freigesetzte Energie wäre gewaltig - und eine Kollision könnte auch Folgen für die Erde haben.

Der Asteroid 2024 YR4 wird im Dezember 2032 die Erde zwar verfehlen - aber neue Berechnungen seiner Flugbahn ergeben, dass er den Mond treffen könnte. Die Nasa gab nun bekannt, dass das Risiko eines Einschlags auf dem Mond zuletzt bei fast vier Prozent lag - womit der Brocken mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 Prozent den Mond verfehlt.

Die Einschätzung basiert unter anderem auf neuen Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops. Dadurch konnte auch die Größe genauer bestimmt werden, die auf 53 bis 67 Meter geschätzt wird, was in etwa einem 15 Stockwerke hohen Haus entspricht. Mit einer Größe von über 50 Metern hat der Asteroid auch den Schwellenwert für das Aktivwerden der Space Mission Planning Advisory Group zur Abwehr von Gefahren aus dem All erreicht.

Bei seiner derzeitigen geschätzten Größe würde der Asteroid beim Aufprall wahrscheinlich fast 8 Megatonnen Energie freisetzen, heißt es auf einer entsprechenden Webseite der Nasa. Das ist mehr als das 500-fache der Energie, die durch die Atombombe freigesetzt wurde, die 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde.

Sehr schnelle Rotation

Die Nasa veröffentlichte auch ein von James Webb im Infrarotbereich aufgenommenes Bild des Asteroiden 2024 YR4. "Dies ist das kleinste Objekt, auf das die Mission bisher ausgerichtet war, und eines der kleinsten Objekte, dessen Größe direkt gemessen wurde", erklärte Andy Rivkin von der Johns Hopkins University, der mit seinem Team den Asteroiden unter die Lupe genommen hat.

Bei den Infrarotaufnahmen fiel dem Forscherteam auf, dass der Brocken kühler war als vergleichbare Körper in Sonnennähe. "Wir glauben, dass dies wahrscheinlich auf eine Kombination aus seiner sehr schnellen Rotation und einem Mangel an feinkörnigem Sand auf seiner Oberfläche zurückzuführen ist", so Rivkin. Er und seine Kollegen nehmen an, dass der Asteroid eher von Steinen bedeckt ist, die "vielleicht faustgroß oder größer sind".

Risiko für Weltrauminfrastruktur

Ein finnisches Forscherteam hatte 2024 YR4 zudem mit einem erdgestützten Nordic Optical Telescope auf den Kanarischen Inseln untersucht. "Sollte der Asteroid auf dem Mond einschlagen, könnte das Erde-Mond-System mit Partikeln bedeckt werden, die sich vom Mond und dem Asteroiden gelöst haben", erklärt Karri Muinonen von der Universität Helsinki. Dadurch könnte möglicherweise die menschliche Weltrauminfrastruktur wie Satelliten beschädigt werden.

Der Asteroid wurde zum ersten Mal am 27. Dezember 2024 vom Observatorium El Sauce in Chile gesichtet und erhielt den Namen 2024 YR4. Mitte Februar wurde die Wahrscheinlichkeit, dass er in acht Jahren die Erde trifft, mit 3,1 Prozent berechnet, womit er zwischenzeitlich der für die Erde gefährlichste Asteroid seit Beginn der entsprechenden Weltraumbeobachtungen war. Der damals auf 40 bis 90 Meter Größe geschätzte Brocken wurde auf der Turiner Skala der Einschlagsrisiken auf Stufe 3 gesetzt. Ende Februar wurde das Risiko für einen Einschlag auf der Erde auf nahezu null reduziert.

Quelle: ntv.de, kst


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