Nach Angaben des kirgisischen Geheimdienstes ist der Name des Attentäters Akbarschon Dschalilow. Der Russe mit kirgisischer Abstammung sei 1995 in der Stadt Osch geboren worden. Zuvor hatten russische Medien berichtet, der mutmaßliche Täter sei 23 Jahre alt und habe Verbindungen in radikal-islamistische Kreise. Derweil läuft die Suche nach möglichen Mittätern weiter auf Hochtouren.
Auch die Behörden in Kasachstan waren eingeschaltet. Doch ein kasachischer Student, dessen Name in St. Petersburg kursierte, habe wohl nichts mit dem Anschlag zu tun, sagte Vize-Geheimdienstchef Nurgali Bilisbekow in Astana der Agentur Interfax. Aus dem muslimisch geprägten Teil der früheren Sowjetunion haben sich viele junge Männer islamistischen Extremisten in Syrien oder dem Irak angeschlossen. Die zentralasiatischen Staaten und Russland fürchten radikalisierte Rückkehrer.
Zeugin: "Viele hielten sich den Kopf"
Bilder des staatlichen Fernsehens zeigten unmittelbar nach dem Anschlag einen Waggon der Linie 2 mit herausgesprengter Tür und blutüberströmte Opfer auf dem Bahnsteig. "Ich sah Leute herauskommen, sie waren wie taub, viele hielten sich den Kopf", sagte eine Augenzeugin. Eine zweite Bombe konnte rechtzeitig entschärft werden.
Wenige Stunden später nahmen die U-Bahnen ihren Betrieb wieder auf. Die Metro der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, werde zunächst jedoch nur einige Stationen anfahren, teilte der U-Bahn-Betreiber der Agentur Interfax zufolge mit. Für weitere Ermittlungen bleibe auch eine zweite U-Bahn-Station gesperrt. Auch in der Hauptstadt Moskau patrouillieren zahlreiche Polizisten an den Flughäfen, Bahnhöfen und in den Metro-Stationen.
Stadt ruft eine dreitägige Trauer aus
Russische Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben wiederholt Anschlagsversuche auf den öffentlichen Nahverkehr in Moskau vereitelt. 2013 hatte eine Selbstmordattentäterin in einem Bahnhof von Wolgograd mindestens 17 Menschen mit in den Tod gerissen. Nur einen Tag später sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Bus in die Luft, mindestens 16 Menschen wurden dabei getötet. Im Januar 2011 waren durch einen Selbstmordanschlag am Domodedowo-Flughafen bei Moskau 37 Menschen getötet worden.
Die Stadtverwaltung von St. Petersburg rief eine dreitägige Trauerzeit aus. Zahlreiche Menschen stellten vor den Zugängen der U-Bahn-Stationen der Stadt und auch in Moskau in der Nähe der Kremlmauer Kerzen auf und legten Blumen für die Opfer nieder.
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