Aserbaidschan plante Militäroperation zur Rückeroberung von Aghdam

  24 November 2020    Gelesen: 229
  Aserbaidschan plante Militäroperation zur Rückeroberung von Aghdam

Im Laufe der jüngsten Eskalation in Bergkarabach hat Aserbaidschan geplant, eine Militäroperation zur Rückeroberung der Ortschaft Agdam durchzuführen, die seit 1993 von der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach kontrolliert worden war. Dies gab der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew bekannt.

Agdam ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks, der nach der aserbaidschanisch-armenisch-russischen Erklärung zum Waffenstillstand in Bergkarabach am 20. November an Aserbaidschan übergeben wurde.

„Es ist noch zu früh, um alle Geheimnisse des Krieges zu enthüllen. Die Zeit wird noch kommen, und dann wird vieles klar sein. Aber heute kann ich sagen, dass eine Operation in Agdam geplant wurde. Wir hätten Agdam ohnehin befreit. Aber es hätte Verluste gegeben, und zwar große“, sagte Alijew bei einem Auftritt in Agdam, das laut der trilateralen Erklärung zu Bergkarabach unter aserbaidschanische Kontrolle geraten ist.

Der aserbaidschanische Staatschef ging unter anderem auf den Zustand der Moschee in Agdam ein:

„Vor einigen Jahren besuchten die Ko-Vorsitzenden der Minsker Gruppe der OSZE diese Moschee. Sie führten hier zweimal ihre Missionen durch und teilten mir mit, dass sie die Moschee in Agdam besucht haben. Warum haben sie das nicht zur Sprache gebracht? Warum waren westliche Staats- und Regierungschefs darüber nicht besorgt? Darf man also die muslimischen Moscheen schänden und zerstören, dürfen Kühe und Schweine dort weiden? Wenn ja, dann lasst sie (die Staats- und Regierungschefs der westlichen Länder – Anm. d. Red.) gehen und sich um die Probleme in ihren Ländern kümmern und nicht ihre Nase in unsere Angelegenheiten stecken“, äußerte Alijew.

Trilaterale Vereinbarung zum Waffenstillstand in Bergkarabach
In der Nacht zum 10. November erzielten Russlands Präsident Wladimir Putin, sein aserbaidschanischer Amtskollege, Ilcham Alijew, und der armenische Premierminister, Nikol Paschinjan, schließlich eine Waffenstillstandsvereinbarung für Bergkarabach.

Die Vereinbarung sieht den vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach ab dem 10. November vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen. Das Dokument sieht außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen vor.

Armenien soll drei Kreise an Baku zurückgeben. Darüber hinaus sollen entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin 1960 russische Friedensstifter, 90 Schützenpanzerwagen sowie 380 Einheiten Automobil- und Spezialtechnik stationiert werden. Der Korridor verbindet Bergkarabach mit Armenien.

Konflikt in Bergkarabach
Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen Sozialistische Sowjetrepublik angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992 bis 1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

Am 27. September kam es zu einer erneuten Eskalation im Konflikt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan, die sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich machten, kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen.

Im Konflikt um Bergkarabach besteht Aserbaidschan auf die Aufrechterhaltung seiner territorialen Integrität, Armenien verteidigt die Interessen der international nicht anerkannten Republik.

sputniknews


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