Abgeordneter: Litauen muss seine Interessen Russland aufzwingen

  18 Juli 2018    Gelesen: 942
Abgeordneter: Litauen muss seine Interessen Russland aufzwingen

Die Tagesordnung in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington könnte künftig von Litauen geprägt werden. Davon ist der Sejm-Abgeordnete Žygimantas Pavilionis überzeugt, wie die Agentur Sputnik Litauen am Dienstag meldete.

„Litauen sollte den Dialog umbauen und seine eigenen Bedingungen stellen“, schrieb der konservative Abgeordnete von den litauischen Christdemokraten und Ex-Botschafter des baltischen Landes in den USA, auf Facebook.

„Wenn wir kein Teil der Speisekarte von Trump und Putin werden möchten, sollten wir kühn, ja sogar etwas dreist, uns selbst an den Tisch setzen und unser eigenes Menü anbieten. Und zwar nicht nur in Bezug auf unsere Region, sondern auch auf Russland selbst, dessen Demokratie der Westen vor 18 Jahren an (Präsident Wladimir) Putin geopfert hatte“, betonte der Politiker.

„Wir müssen nicht nur Bürger Russlands, sondern auch Ukrainer, Georgier, Moldawier und letztendlich auch Weißrussen schützen. Sie alle sollten jene Allianz wählen, zu der sie gehören möchten.“

Pavilionis zufolge haben litauische Diplomaten viel zu tun in diese Richtung. Trump, der beim Treffen mit Putin die „Okkupation“ der Ukraine nicht erwähnt habe, tue somit so, als ob er sie nicht akzeptiere. Aber gerade die „Aggression“ Russlands in der Ukraine sei Ursache für die Einstellung des Dialogs mit Moskau gewesen, meinte der Parlamentarier.

Am Montag hatte in Helsinki ein Gipfeltreffen der Präsidenten Trump und Putin stattgefunden. Der russische Staatschef äußerte die Hoffnung, dass Trump und er jetzt einander besser versehen werden, und schlug vor, einen gemeinsamen Expertenrat zur Suche nach einer Lösung von Problemen in den bilateralen Beziehungen zu bilden.

Seinerseits bezeichnete Trump das Treffen mit Putin „offen und produktiv“. Er wies darauf hin, dass sie vorhandene Differenzen detailliert erörtert hatten. „Die Beziehungen der USA und Russlands sind jetzt schlimmer wie nie zuvor. Aber die Situation ändert sich bereits nach dem heutigen Treffen mit Putin“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz nach den Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten.

„Wir sind übereingekommen, dass unsere bilateralen Treffen künftig öfter stattfinden… Das heutige Gespräch ist der Beginn eines langwierigen Prozesses“, betonte der US-Präsident.

sputniknews


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