Russische Militärbasis bald in Afrika? Ministerin hält das für möglich

  10 Januar 2019    Gelesen: 433
Russische Militärbasis bald in Afrika? Ministerin hält das für möglich

In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kann laut der Verteidigungsministerin des Landes, Marie-Noelle Koyara, ein russischer Militärstützpunkt gebaut werden. Ihr zufolge ist Russland derzeit das einzige Land auf der Welt, das hilft, die nationale Armee zu stärken.

„Wir haben noch nicht über die konkrete Entwicklung der Basis gesprochen, jedoch wird eine solche Möglichkeit in der Rahmenvereinbarung nicht ausgeschlossen. Wenn die Präsidenten als Oberbefehlshaber und Anführer der Nation beschließen, eine Basis einzurichten, dann werden unsere Länder dies tun. Und wir als Minister werden ihn (den Beschluss – Anm. d. Red.) dann auch umsetzen“, so Koyara gegenüber Sputnik.

Das Armeeausbildungszentrum in Berengo kann laut der Verteidigungsministerin nicht als russischer Militärstützpunkt betrachtet werden, jedoch hätten die Menschen bereits begonnen, es als solchen wahrzunehmen.

Unter Beteiligung russischer Instrukteure seien bereits 13.000 Soldaten der Zentralafrikanischen Republik ausgebildet worden, was sich bereits positiv auf die Lage im Land ausgewirkt habe, sagte Koyara gegenüber Sputnik.

Russland sei nach wie vor das einzige Land auf der Welt, das Waffen geliefert habe und die Ausbildung der Armee der Zentralafrikanischen Republik durchführe, so die Verteidigungsministerin.

„Ich möchte mich Russland erkenntlich zeigen, dass es derzeit das einzige Land ist, das uns Waffen für die Stärkung der staatlichen Institutionen zur Verfügung gestellt hat, dass unsere Streitkräfte ausbildet und einsatzbereit macht“, sagte Koyara weiter.

Im August 2018 hatten Russland und die Zentralafrikanische Republik ein Militärabkommen unterzeichnet. Danach wurde in Berengo ein Zentrum errichtet, wo die Soldaten mit Hilfe russischer Instrukteure lernen, mit Waffen umzugehen. Zudem werden sie in Kampftechniken ausgebildet.

Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik hatte sich Anfang Dezember 2013 verschärft, als es in der Hauptstadt Bangui zu Zusammenstößen zwischen den Rebellen der mehrheitlich muslimischen Seleka-Gruppe und der christlichen Anti-Balaka-Miliz gekommen war. Nach Angaben der Vereinten Nationen (Stand: Ende Juli 2018) waren während des Konflikts bis zu einer Million Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Dabei waren rund 6000 Menschen getötet worden.

Anfang August 2018 hatte in Khartum, der Hauptstadt Sudans, ein Treffen der größten bewaffneten Gruppen in der ZAR – der Anti-Balaka-Kämpfer und der Seleka-Rebellen – stattgefunden. Sie hatten sich auf die Gründung der Zentralafrikanischen Union geeinigt, einer gemeinsamen Plattform für Beratungen zur Deeskalation. In der am Ende des Treffens verabschiedeten Erklärung wurde unter anderem die Regierung des Landes dazu aufgefordert, mit Unterstützung Russlands, der EU sowie regionaler und internationaler Organisationen die Arbeit an einem Versöhnungsprozess aufzunehmen.

sputniknews


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