Musiksender Viva wird eingestellt

  21 Juni 2018    Gelesen: 769
Musiksender Viva wird eingestellt

Als Viva 1993 aus der Taufe gehoben wurde, war das ein ganz großer Wurf. Schließlich ging es um nicht weniger, als MTV eine deutsche Konkurrenz entgegenzusetzen. Doch das Musikfernsehen ist praktisch tot, auch wegen vieler Fehler seiner Macher. Jetzt macht Viva dicht.

Vor 25 Jahren, genauer gesagt am 1. Dezember 1993, startete der Musiksender Viva und machte damals dem aus den USA und Großbritannien nach Deutschland schwappenden MTV große Konkurrenz. Jetzt ist es allerdings aus und vorbei. Wie der Sender selbst mitteilte, wird es ab dem 1. Januar 2019 kein Viva mehr geben.

Stattdessen wird auf der bisherigen Frequenz des Musiksenders künftig 24 Stunden lang der Comedy-Kanal Comedy Central ausgestrahlt werden. Bereits seit September 2014 teilen sich die beiden Programme den Sendeplatz. Auch sämtliche Online-Kanäle und die Webseite von Viva werden ab Anfang 2019 nicht mehr zur Verfügung stehen.

Viva war vor allem in den 90er-Jahren unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen Kult. Zahlreiche bekannte Moderatoren machten bei dem Privatsender ihre ersten Gehversuche. Unter ihnen befanden sich etwa Stefan Raab, Oliver Pocher, Heike Makatsch, Klaas Heufer-Umlauf, Sarah Kuttner, Mola Adebisi, Janin Ullmann, Aleksandra Bechtel, Nilz Bokelberg, Charlotte Roche, Matthias Opdenhövel, Collien Ulmen-Fernandes, Johanna Klum, Tobias Schlegl, Minh-Khai Phan-Thi, Milka Loff Fernandes, Annemarie Carpendale oder Jessica Schwarz.

"Nicht traurig sein"

Der Abschied falle den Viva-Verantwortlichen sehr schwer, heißt es in der Mitteilung weiter. Man wolle aber ein gebührendes Ende dieser Ära mit "coolen Gästen, heißgeliebten Playlists und natürlich euch" feiern. "Also, nicht traurig sein, sondern lasst uns noch einmal gemeinsam ausrasten und Viva eine letzte Ehrenrunde geben!"

Viva wurde von seinem Sendestart an bis Anfang 2005 vom Medienmanager Dieter Gorny geführt. 1995 entstand mit Viva Zwei ein Ableger des Senders, der 2002 durch Viva Plus ersetzt wurde. Der kontinuierliche Niedergang von Viva begann 2005 mit der Übernahme durch den Viacom-Konzern, dem auch MTV gehört. So wurde Viva Plus bereits 2007 wieder eingestellt. Das Hauptprogramm verlor unterdessen durch exzessive Werbeschaltungen etwa für Klingelton-Anbieter und die zunehmende Verdrängung von Musikformaten durch Reality-TV-Sendungen an Attraktivität. Prägte der Sender einst eine ganze Generation, so tendierten seine Einschaltquoten zuletzt gegen Null.

Quelle: n-tv.de , vpr/spot


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